| Zusammenfassung | Die Akteure: Wer ist beteiligt? |
Die Prozesse: Wann und wie wird beteiligt? |
Die Rahmenbedingungen: Was fördert / behindert wirkungsvolle Beteiligung? | Gesamtbewertung | Service |
2.1 Staatliche Institutionen: Regierung und Parlament Die Regierung hält die Fäden im PRS-Prozess strikt in der Hand. Nach Einschätzungen einiger Beobachter dominierte sie den Prozess um das PRSP in übermäßiger Weise. Die Frage, ob die politische Elite des Landes den PRS-Prozess inklusive Partizipation nur zuließ, um den Schuldenerlass im Rahmen der heavily indebted poor countries (HIPC)-Initiative zu erhalten, wurde mehrfach gestellt. Unabhängige Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche Unterstützung der politischen Elite für den Prozess sehr zweifelhaft sei (Bwalya u.a. 2004, S. 26; Jenskins / Tskoka 2004, S. 129, 147).
Das Parlament, das - wie in vielen afrikanischen Staaten - insgesamt eine sehr schwache
Rolle in politischen Prozessen hat, beschäftigt sich in Malawi jedoch seit einigen
Jahren mit Armutsfragen. Unter anderem hat es auch verschiedentlich eine Zusammenarbeit
mit zivilgesellschaftlichen Akteuren gegeben, zum Beispiel zu Fragen der
armutsorientierten Ausgabenkontrolle. Auch im PRS-Prozess waren Parlamentarier
eingebunden. Das Parlament verabschiedete das PRSP, allerdings erst nach
Fertigstellung durch die Regierung (Bwalya u.a. 2004, S. 14; Jenkins / Tsoka 2004,
S. 137-139). Die parlamentarische Einbindung im Rahmen des PRSP-II-Prozesses muss -
entgegen anders lautender Schilderungen der Regierung (GoM 2006a, S. xii) - als
schwach bewertet werden. Als ursächlich dafür werden zu geringe Anstrengungen im
Hinblick auf ihre Einbindung und mangelnder technischer Sachverstand vieler
Parlamentarier benannt. In der Folge konnten Parlamentarier nur vereinzelt in den
Prozess eingebunden werden (Bamusi 2006a, S. 2); involviert waren sie in erster
Linie über thematische Arbeitsgruppen (Nezam 2007, S. 7). Auch von Seiten des
Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank wird bemängelt, dass die
Beteiligung des Parlaments nach wie vor minimal ist (IMF / IDA 2006, S. 2). 2.2 Zivilgesellschaft Eine der wesentlichen Veränderungen in der malawischen Zivilgesellschaft der vergangenen Jahre ist die Gründung des Malawi Economic Justice Networks (MEJN) im Jahr 2001. Weitgehend finanziert von ausländischen Nichtregierungsorganisationen (NRO), beispielsweise OXFAM, hat das MEJN heute mehr als 100 Mitgliedsorganisationen. Das MEJN hat sich von Anfang an in den PRS-Prozess eingeschaltet und inzwischen auch ein spezielles Programm zum Monitoring von PRSP entwickelt, insbesondere im Blick auf Haushaltspolitik (für Details siehe www.mejn.mw ferner Bwalya u.a. 2004, S. 12 f.).
Die Mehrzahl der Mitglieder des MEJN wirkt auch in einem der folgenden drei sektoralen
Netzwerke mit: dem Civil Society Agriculture Network (CISANET - 36 Mitgliedsorganisationen),
der Civil Society Coalition for Quality Basic Education (CSCQBE - 79 Mitgliedsorganisationen,
darunter 12 Distrikt-Netzwerke), dem Malawi Health Equity Network (MHEN - 12 Mitgliedsorganisationen).
Die Anzahl der Mitglieder zeigt bereits inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit der
malawischen Zivilgesellschaft an.
2.3 Weitere Akteure Bei der Erstellung des PRSP waren Vertreter der Privatwirtschaft in mehreren
Arbeitsgruppen vertreten (Bwalya u.a. 2004, S. 13 f.). Auch die Malawi Economic Growth Strate-gy (MEGS)
von 2003 ist mit starker Beteiligung der Privatwirtschaft entstanden. Erarbeitet wurde
diese Strategie, um den im PRSP fehlenden wirtschaftlichen Bezug auszugleichen. Zur
Erstellung des PRSP-II wurde das Dokument als Vorlage herangezogen. Dies führte dazu,
dass die Beteiligung der Privatwirtschaft am PRSP-II vergleichsweise hoch war
(vgl. Bamusi 2006, S. 1). Die Beteiligung des Privatsektors an der Implementierung der
PRS wird bislang allerdings als gering eingestuft (IMF / IDA 2006, S. 2). 2.4 Externe Akteure / Geber Zu den wichtigsten Gebern des Landes zählen die Weltbank, das
Department for International Development (DfID) und die Europäische Union (EU).
Die Geber sind in einer Koordinationsgruppe organisiert, die sich monatlich trifft
(Banda o.J., S. 10).
Im Erstellungsprozess des PRSP spielten die Geber eine ambivalente Rolle. Einerseits
betonten sie das Prinzip des country ownership und hielten sich zurück. Gestärkt
durch die hohe Abhängigkeit Malawis von externen Finanzflüssen, machten sie andererseits
jedoch klar, dass insbesondere die Erwartungen von IWF und Weltbank über die Gestaltung
der Strategie nicht enttäuscht werden sollten (Jenkins / Tsoka 2004, S. 131; Bwalya 2004, S. 15 f., 25).
Im Hinblick auf das PRSP-II sind derartige Vorwürfe nicht bekannt.
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3.1 Partizipation in Analyse und Strategieentwicklung Nachdem die Regierung für das PRSP zunächst nur eine äußerst begrenzte Beteiligung der Zivilgesellschaft anstrebte, konnte das Anfang 2001 gegründete Netzwerk MEJN jedoch eine Einbindung der Zivilgesellschaft in den PRS-Prozess erwirken (Jenkins / Tsoka 2004, S. 126). In dem für den Gesamtprozess verantwortlichen Technischen Komitee war die Zivilgesellschaft nicht vertreten, ausschließlich in sektoral organisierten Arbeitsgruppen und ad hoc einberufenen Workshops auf nationaler Ebene. Bei den konsultativen Veranstaltungen auf Distriktebene wurden Vertreter der Zivilgesellschaft nur teilweise eingeladen. Teilnehmer waren überwiegend Mitglieder der Distriktparlamente und -verwaltungen sowie traditionelle Führungspersonen (Jenkins / Tsoka 2004, S. 127 f.). Die Ergebnisse der Sektorarbeitsgruppen wurden 2001 auf einem Workshop diskutiert. Anschließend begann das Entwurfsteam mit der Arbeit. Die Zusammensetzung dieses Teams war heftig umstritten. Die Regierung weigerte sich zunächst, unabhängige zivilgesellschaftliche Repräsentanten aufzunehmen (stattdessen wurden zwei Vertreter staatlich kontrollierter Organisationen berufen). Durch erheblichen Druck des MEJN - wohl unterstützt durch die Geber - wurden schließlich zwei weitere Repräsentanten zugelassen (Jenkins / Tsoka 2004, S. 130). Aufgrund dieser Begrenzungen hat sich die Zivilgesellschaft bei der Formulierung des endgültigen Dokuments in wichtigen Fragen nicht durchsetzen können. Themen wie Korruption und die Förderung landwirtschaftlicher Kooperativen durch die Regierung blieben so auf der Strecke. Zur Erarbeitung des PRSP-II wurde vom Kabinett ein Lenkungsausschuss gebildet, der die Aufgabe hatte, die Vorstellungen der Regierung in eine mittelfristige Strategie umzusetzen. Der Lenkungsausschuss wiederum gründete eine Technische Arbeitsgruppe, um das PRSP-II zu formulieren. Der konsultative Prozess für die Erarbeitung des PRSP-II fand in zwei Phasen statt. In einer ersten Phase entstand auf der Basis interner Regierungsberatungen die Matrix, die im Folgenden als Rahmen für Beratungen und Workshops mit Interessensvertretern diente. In einer zweiten Phase wurden Ergebnisse des PRSP-Reviews, des zweiten Integrated Household Surveys und der Poverty and Vulnerability Analysis in den Entwurf des PRSP-II eingebunden. Zusätzlich wurden Gespräche mit Vertretern des Parlaments, der Judikative, der Privatwirtschaft, der Gebergemeinschaft und der Zivilgesellschaft geführt (GoM 2005a, S. 3; GoM 2006, S. 6 f.).
IWF und Weltbank betonen, dass das PRSP-II im Rahmen eines partizipativen Prozesses
erarbeitet wurde (IMF / IDA 2006, S. 9). Nach Ansicht des MEJN entstand das PRSP-II jedoch
mit geringerer Partizipation als das PRSP. Insgesamt waren weniger Interessensvertreter am
Prozess beteiligt und die Zivilgesellschaft wurde erst eingebunden, nachdem Schlüsseldokumente
wie die Malawi Economic Growth Strategy (MEGS) bereits fertig gestellt waren. Für die
Erarbeitung des MEGS wurden Konsultationen ausschließlich mit Vertretern der Privatwirtschaft
geführt. Vertreter der Zivilgesellschaft waren zwar in den PRSP-Review eingebunden;
die Entwicklung des PRSP-II war der Fertigstellung des Review jedoch weit voraus,
wodurch eine echte Partizipation der Zivilgesellschaft untergraben wurde
(Bamusi / Mavuto 2006, S. 1).
3.2 Partizipation in der Umsetzung der Strategien 2003 hat die Regierung einen ersten Fortschrittsbericht zur Umsetzung der PRS vorgelegt. Der Bericht dokumentiert, wie wenig die Regierung an Partizipation interessiert ist: Weder ist der Bericht partizipativ entstanden (wie in anderen Ländern durchaus üblich), noch berichtet er über Aktivitäten der Zivilgesellschaft. Nur an einer einzigen Stelle wird darauf hingewiesen, dass NRO auch Beiträge dazu leisten, unterernährte Kinder zu versorgen. Dieses Defizit des Fortschrittsberichts wird - ungewöhnlicherweise - sogar von IWF und Weltbank beklagt. Die Regierung wird aufgefordert, dies zu ändern und künftig Geber, den Privatsektor, die Glaubensgemeinschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen in die Vorbereitung der Fortschrittsberichte einzubeziehen (IMF / IDA 2003, para. 11). Dementsprechend wurden die partizipative Entwicklung des Berichts und die Einbindung von NRO bei der Implementierung im zweiten Fortschrittsbericht (von 2005) beschrieben. Den Schilderungen zufolge wurden die Arbeitsgruppen (21 an der Zahl), die mit der Erarbeitung von Beiträgen für das erste PRSP befasst waren, in neun Arbeitskreise eingeteilt. Ferner wurde ein Team (bestehend aus Mitgliedern der Regierung und einigen Vertretern der Zivilgesellschaft) mit der Erstellung eines ersten Entwurfs des Fortschrittsberichts beauftragt. Dieser Entwurf wurde in Treffen mit hochrangigen Regierungsmitgliedern und Entwicklungs-partnern, einschließlich zivilgesellschaftlichen Organisationen, diskutiert. Daraufhin wurde er den Mitgliedern jener Arbeitsgruppe vorgelegt, die das erste PRSP im Hinblick auf Budgetierung, Monitoring und Evaluierung analysierte (GoM 2005, S. 1 f.). Mit Blick auf die Beteiligung an der Implementierung wird hier berichtet, dass NRO (wie Zam Zam, World Vision, Malawi Red Cross, Concern Worldwide und Action Against Hunger) zum Beispiel an der Umsetzung der Targeted Input Programmes (TIP) beteiligt waren (ebd., S. 57). Eine relativ gute Einbindung der Zivilgesellschaft in die Implementierung der ersten PRS wird von IWF und Weltbank bescheinigt (IMF / IDA 2006, S. 2).
Bekannt ist ferner, dass sich das MEJN von Anfang an - außerhalb offizieller
Strukturen - in die Umsetzung der PRS eingeschaltet hat. In diesem Kontext hat das
Netzwerk ein spezielles Programm entwickelt, das die armutsorientierte Haushaltspolitik
analysiert und kommentiert (für Details siehe Webseite des MEJN;
Kubalasa 2004, S. 4 f.). Dabei ist es mehrfach zu Konflikten zwischen dem MEJN und der
Regierung über Prioritäten in der Ausgabenpolitik gekommen. Kritisiert wird zum
Beispiel, dass die Gesamtausgaben für Bildung und Gesundheit zwar gestiegen sind
(unter anderem durch HIPC-Gelder), die Aufwendungen der Regierung aus eigenen Mitteln
für diese Sektoren aber zurück gingen, während beispielsweise die internationalen
Reisekosten des Präsidenten deutlich anstiegen (Kubalasa 2004, S. 4 f.).
3.3 Partizipation in Monitoring und Evaluierung (M&E) Für die Koordinierung des Monitoringprozesses ist das Ministerium für Wirtschaftsplanung (Ministry of Economic Planning - MEPD) zuständig. Dieses Ministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium, dem Ministerium für Kommunalverwaltung und ländliche Entwicklung sowie dem nationalen Statistik-Büro einen M&E-Plan entwickelt. In diesen Plan ist ein Technisches Komitee eingebunden, das sich aus Vertretern der Entwicklungspartner, der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft und aus Staatsbeamten zusammensetzen soll. Hauptaufgabe des Technischen Komitees ist die Erstellung der halbjährlichen und jährlichen Entwicklungsberichte, die großzügig an alle Interessenvertreter verteilt werden sollen, um den Informationsfluss über den Stand der PRS-Umsetzung zu verbessern (GoM 2006a, S. 74). Allerdings gibt es auch Bedenken innerhalb der Zivilgesellschaft, sich zu stark am staatlichen Monitoringsystem zu beteiligen. Einige Gruppen sorgen sich um ihre Unabhängigkeit (Chirwa / Nyirenda 2003, S.20). So wird zum Beispiel befürchtet, dass Monitoringberichte der Regierung erst veröffentlicht werden, nachdem das Kabinett sie genehmigt hat. Damit stärkten zivilgesellschaftliche Organisationen der Regierung den Rücken - statt die Rechenschaftspflicht gegenüber Parlament oder der Gesamtgesellschaft zu verbessern. Im PRSP-II wird beschrieben, wie die Partizipation im Rahmen des Monitoring aussehen soll: Es sollen Themengruppen etabliert werden, um Entwicklungen (Fortschritte, Stagnation bzw. Rückschritte) zu überwachen. Die Themengruppen sollen sich aus Mitarbeitern der Ministerien, Vertretern der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft und der Gebergemeinschaft zusammensetzen. Auch die Privatwirtschaft soll als aktiver Partner in alle Arbeitsgruppen eingebunden werden (GoM 2006a, S. 70). Da es bislang kein vollständig funktionstüchtiges Monitoringsystem der Regierung gab, hat das MEJN ein unabhängiges Monitoring der PRS-Implementierung entwickelt und darüber 2003 den ersten Service Delivery Satisfaction Survey (SDSS) vorgelegt (siehe Webseite von MEJN). Im Jahr 2006 erschien bereits der SDSS III. Dieser hat die öffentlichen Ausgaben im Bereich der Protected Priority Expenditures (PPE) für das Steuerjahr 2005 bis 2006 untersucht. Die Ergebnisse der SDSS fließen in die Debatten über den Regierungshaushalt und die jeweiligen Fortschrittsberichte ein und nahmen dadurch auch Einfluss auf das PRSP-II (MEJN 2006, S. 1). Auch das PPE-Konzept (das betrifft beispielsweise den Kauf von Medikamenten und Unterrichtsmaterialien sowie den Straßenbau) ist von der Zivilgesellschaft entworfen und von Parlamentariern unterstützt worden. Das Konzept sollte dafür Sorge tragen, dass die Regierung trotz sinkender öffentlicher Mittel keine Kürzungen in diesem Bereich vornimmt. Die PPE sind inzwischen fester Bestandteil des nationalen Haushalts und haben den Kompetenzbereich der Parlamentarier erweitert. Das MEJN und seine Partner in der Zivilgesellschaft überwachen die Implementierung der PPE (Bamusi 2006a, S. 3).
Auch die sektoralen NRO-Netzwerke schalten sich bereits seit langem in das
Budgetmonitoring ein. So hat das Netzwerk, das zu Fragen der Grundbildung arbeitet,
seit 2002 Analysen zum Regierungshaushalt und insbesondere zu den Ausgaben für den
Bildungssektor vorgelegt (siehe z.B. CSCQBE o.J.) und sich darin ausdrücklich auf das
PRSP bezogen. Auslöser für die Arbeit von CSCQBE war ein massiver Korruptionsskandal
im Bildungsbereich Ende der 1990er Jahre. Seither übernimmt das Netzwerk eine
watchdog-Funktion und nutzt die PRS als Bezugspunkt für seine Arbeit. Nach
eigener Einschätzung mit Erfolg: Die Regierungsarbeit sei inzwischen transparenter,
die Regierung sich ihrer Rechenschaftspflicht bewusster.
4.1 Strukturelle Verankerung gesellschaftlicher Partizipation Die bisherigen konsultativen Elemente des PRS-Prozesses sind nicht strukturell verankert. Insbesondere der PRSP-Entstehungsprozess war stark von einem ad hoc organisierten, nicht auf Dauerhaftigkeit abzielenden Vorgehen geprägt. Die Einrichtung eines Monitoringsystems könnte zu einer Verbesserung der Partizipation beitragen. Die Realisierung bleibt abzuwarten. Positiv hervorzuheben ist, dass das Netzwerk MEJN aktiv versucht, mit dem Parlament zusammen zu arbeiten (Kubalasa 2004, S. 7; Bamusi 2006a, S. 2). Damit werden die formalen demokratischen Strukturen eingebunden und nicht geschwächt. 4.2 Rechtliche Basis partizipativer Prozesse Von einem rechtlichen Rahmen für partizipative Prozesse kann in Malawi - abgesehen von grundsätzlichen Verfassungsrechten - nicht die Rede sein. Schon dass die Regierung das Recht für sich in Anspruch nahm, die Vertreter der Zivilgesellschaft für das Entwurfsteam zu bestimmen - ein einmaliger Vorgang, der nach vorliegenden Informationen in keinem anderen afrikanischen PRS-Land zu verzeichnen war - zeigt das autoritäre, nicht an das Recht auf Partizipation gebundene Gebaren der Regierung. Die Auswahl der Teilnehmer der Distriktkonsultationen zeigt ähnliche Züge. Angaben darüber, unter welchen Gegebenheiten Vertreter der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft an der Erarbeitung des PRSP-II involviert wurden, sind in den vorliegenden Dokumenten nicht enthalten. 4.3 Legitimität beteiligter gesellschaftlicher Akteure Die Frage, wie repräsentativ die traditionell eher schwache malawische Zivilgesellschaft ist, wird noch immer aufgeworfen, da - mit Ausnahme der Religionsgemeinschaften - kaum eine zivilgesellschaftliche Organisation über ein breite Mitgliederbasis verfügt (Bwalya u.a. 2004, S. 12) und viele dieser Organisationen fast vollständig aus dem Ausland finanziert werden (James 2002). Gleichwohl, durch eben die Einbeziehung gerade auch der Kirchen (vergleiche auch Katholische Kirche mit Justice and Peace Commission) und durch die verschiedenen Netzwerke kann davon ausgegangen werden, dass viele Interessen der malawischen Gesellschaft im PRS-Prozess artikuliert wurden. Doch es gibt wichtige Ausnahmen. So wird kritisiert, dass die Perspektiven der ländlichen Bevölkerung nicht ernsthaft einbezogen wurden (Ellis u.a. 2003), genereller: dass die Lebenssituation der armen Bevölkerung nicht hinreichend eingebracht worden sei, zumindest nicht durch unmittelbare VertreterInnen der Armen selbst (Chirwa / Nyirenda 2003, S. 18). Ein Vorwurf, der in vielen anderen Ländern die Legitimität der Prozesse schmälert - nämlich: dass die Interessen der Frauen nicht einbezogen wurden - wird in Malawi nicht erhoben: Einer Studie zufolge ist die Berücksichtigung von Gender-Aspekten im PRS-Paper in Malawi sogar lobenswert (Zuckerman / Garrett 2003). Weitere kritische Anmerkungen zur Legitimität des PRS-Prozesses beziehen sich auf die, nach Ansicht mancher Beobachter, nicht hinreichende Beteiligung des Parlaments und der dort vertretenen Parteien (Bwalya u.a. 2004, S. 29). Ferner wird der starke Einfluss der Geber - insbesondere von IWF und Weltbank - zumindest auf das PRSP be-klagt (Jenkins / Tsoka 2004, S. 137, 147). 4.4 Handlungsfähigkeit gesellschaftlicher Akteure
Nach wie vor begrenzen eine Reihe von Faktoren die Kapazitäten der gesellschaftlichen Akteure,
auch wenn sich einige Verbesserungen benennen lassen.
Trotz zahlreicher Schwächen des Prozesses in Malawi betonen Beobachter nicht nur, dass die
zivilgesellschaftlichen Kräfte gegenüber dem Staat durch den PRS-Prozess gestärkt
worden seien; sondern dass die Organisation der Zivilgesellschaft überhaupt durch den
Prozess einen positiven Schub erhalten habe. Die organisierte Zivilgesellschaft
Malawis bezieht ihre entwicklungspolitische Arbeit ausdrücklich auf das PRSP.
Besonders positiv kann gesehen werden, dass sich die Zivilgesellschaft nicht nur eine
wichtige Position in der Armutsbekämpfung ihres Landes erarbeitet hat (siehe MEJN
und Monitoringprozess), sondern auch durch ihre intensive Zusammenarbeit mit der
Regierung die Rolle der Parlamentarier gestärkt wurde.
6.1 Statistik a. Allgemein
http://mdgs.un.org/unsd/mdg/Data.aspx [Zugriff am 15.04.2008] 2Ermittelt nach der direct sisterhood method, bei der alle erwachsenen Schwestern befragt werden. c. Verschuldung d. Statistische Informationsquellen Central Statistical Office Weltbank Statistiken 6.2 Wichtige Dokumente a. PRSP-Dokumente The Government of Malawi (2006) [zit. als GoM 2006a]: Malawi Growth and Development Strategy (PRSP-II). From Poverty to Prosperity 2006-2011. Lilongwe IMF / IDA (2006): Malawi: Poverty Reduction Strategy Paper - Third Annual Progress Report - Joint Staff Advisory Note The Government of Malawi (2006) [zit. als GoM 2006]: Malawi Poverty Reduction Strategy:
Final Report 2004/2005 Annual Review Report, Lilongwe
The Government of Malawi (2005) [zit. als GoM 2005a]: First Draft Malawi Growth and Development Strategy (PRSP-II) 2006/11 Volume Two, Lilongwe
IMF / IDA (2005): Poverty Reduction Strategy-2003/04 Annual Progress Report Joint Staff Advisory Note b. Weitere Dokumente
BMZ (2007): Situation und Zusammenarbeit mit Malawi 6.3 Literatur, Berichte und Analysen Unter http://www.eldis.org/africa/index.htm
(' Malawi) finden sich eine Reihe von Analysen und Berichten zu entwicklungspolitischen
Aspekten in Malawi.
6.4 Links zu beteiligten Akteuren a. PRSP Malawi Economic Justice Network (MEJN) b. Verschuldung Pariser Club Jubilee Research c. Zivilgesellschaft allgemein Liste malawischer NGOs University of Malawi "Centre for Social Research" der University
of Malawi Mzuzu University Bericht über die "National Smallholder Farmer's
Association of Malawi" Southern African Humanitarian Information Network Amnesty International / Malawi Informationen d. Im Land aktive Geber / internationale Akteure IMF World Bank UNDP Verzeichnis von Entwicklungsorganisationen in
Malawi 6.5 Allgemeine Links, die auch Informationen zum Land bieten Europäisches NGO-Netzwerk
zur Entschuldung Weltbank Pariser Club Deutsche Entschuldungskampagne
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