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Zusammenfassung Die Akteure:
Wer ist beteiligt?
Die Prozesse:
Wann und wie wird beteiligt?
Die Rahmenbedingungen: Was fördert / behindert wirkungsvolle Beteiligung? Gesamtbewertung Service

Kamerun

 
Kamerun KAMERUN
 
1. Zusammenfassung Zum Seitenanfang

In Kamerun wurde das Poverty Reduction Strategy Paper (PRSP) in einem dreijährigen Prozess erarbeitet. Ihren ersten Fortschrittsbericht legte die Regierung im April 2004 vor, dem ein weiterer Bericht1 im September 2005 folgte. Im Februar 2006 erschien Kameruns dritter Fortschrittsbericht zur Implementierung der nationalen Armutsstrategie (PRS).

Trotz zahlreicher Ankündigungen sowie einiger realer Ansätze der Beteiligung sind die partizipativen Prozesse in Kamerun schwach, was auch der zersplitterten Zivilgesellschaft angelastet wird. Möglicher Hoffnungsträger hinsichtlich der Organisation zu einem politikfähigen Bündnis könnte jedoch der Zusammenschluss von 20 zivilgesellschaftlichen Organisationen im nationalen Netzwerk Dynamique Citoyenne du Cameroun / Dynamic Citizenry of Cameroon sein (siehe 2.2).

Eine Stärkung der Rolle der Zivilgesellschaft im politischen System lässt sich nach Einschätzung von Beobachtern bereits erkennen (Schmidt / Junge / Einfeldt 2006, S. 11).

Laut des African Development Fund (2006, S. 6) bleibt die Wirkung der zivilgesellschaftlichen Organisationen im Hinblick auf zutreffende Entscheidungen sowie ihre Einbindung in alle wichtigen Politiken, insbesondere nationale, jedoch begrenzt. Eine ILO-Studie (Tchoumba 2005) kommt zu dem Schluss, dass indigene Menschen marginalisiert und von Armutsbekämpfungsbemühungen ausgeschlossen werden; resümiert wird: "Their basic concerns are, consequently, not taken into consideration" (ebd.).

1 Dieser Fortschrittsbericht ist über das Internet jedoch ebenso wenig verfügbar, wie eine sich auf den Bericht beziehende Stellungnahme von IWF und Weltbank.

 

2. Die Akteure: Wer ist beteiligt? Zum Seitenanfang

2.1 Staatliche Institutionen: Regierung und Parlament

Die Regierung und insbesondere das Finanzministerium steuern den PRS-Prozess. Für den PRS-Prozess dürfte das gelten, was generell für Politik in Kamerun festzuhalten ist: Die politische Elite, die als eine der korruptesten weltweit gilt, nutzt ihre vielfältigen Patronagenetze, um grundlegende Reformen zu verhindern, die ihre Macht und ihren Zugang zu Ressourcen begrenzen könnten. Auch im Rahmen der gemeinsamen Stellungnahme von IWF und Weltbank zum Fortschrittsbericht 2006 wird darauf hingewiesen, dass die Regierungsführung trotz einiger unternommener Schritte - z.B. der Überarbeitung des National Governance Program (PNG) in 2005 und der Verabschiedung eines Prioritätenplans zur Umsetzung entsprechender Maßnahmen in 2006 (AidHarmonization 2006, S. 2) - nach wie vor schwach ist (IMF / IDA 2006, S. 4).

Informationen darüber, ob und in welcher Form möglicherweise das Parlament als Institution oder zumindest einzelne Parlamentarier in den PRS-Prozess involviert sind, sind rar: Im Fortschrittsbericht (2004) wird, allerdings ohne nähere Informationen, von einer Beteiligung einzelner Parlamentarier gesprochen. Eine Stellungnahme von IWF und Weltbank erwähnt, dass Parlamentarier zu verschiedenen Workshops eingeladen worden seien. Im Fortschrittsbericht von 2006 findet sich hingegen kein einziger Hinweis auf eine parlamentarische Einbindung in die Prozesse.

2.2 Zivilgesellschaft

Die offiziellen Regierungsdokumente (PRSP, Fortschrittsbericht) zählen eine Reihe von gesellschaftlichen Gruppen auf, die in den bisherigen Prozess eingebunden gewesen sein sollen: RepräsentantInnen von NRO, religiösen Gemeinschaften, Gewerkschaften, Vereinigungen der Bürgermeister sowie WissenschaftlerInnen u.a. (GoC 2003, S. 134).

Innerhalb der Zivilgesellschaft spielen die christlichen Kirchen eine beachtliche Rolle, die u.a. auf ihre landesweiten Netzwerke und langjährigen Dienstleistungen in den Sektoren Bildung und Gesundheit zurückzuführen ist. Zu ihrer Rolle in politischen Prozessen gibt es allerdings widersprüchliche Informationen. VertreterInnen von evangelischen Kirchen, die sich im Club de Yaoundé zusammengeschlossen haben, forderten im PRS-Kontext eine Verbesserung im Bildungswesen, u.a. eine Reduzierung der Schulgebühren (Knoke / Morazan 2002, S. 29). Andere Studien verweisen aber darauf, dass gerade die evangelischen Kirchen sich insgesamt eher unpolitisch präsentieren, während die katholische Kirche zumindest in Menschenrechtsfragen akzentuierter auftritt (Olsen u.a. 2004).

Wichtige zivilgesellschaftliche Akteure fehlen im PRS-Prozess in Kamerun bislang gänzlich. So wurde eine bestehende konsultative Struktur - der Nationale Konsultative Rat für Nachhaltige Entwicklung Kameruns (NCCSD) - überhaupt nicht in den Prozess eingebunden, ein typisches Beispiel für partizipative Parallelstrukturen, die in mehreren Ländern anzutreffen sind (IISD 2004, S. 7).

Allerdings scheinen sich allmählich auch neue Bündnisse zu entwickeln, die das Potenzial für eine stärkere zivilgesellschaftliche Involvierung erhoffen lassen: Positiv zu bewerten ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass sich zivilgesellschaftliche Organisationen in einem nationalen Netzwerk Dynamique Citoyenne du Cameroun zusammengeschlossen haben (IDASA 2006, S. 3). Diese Plattform umfasst rund 20 Organisationen, darunter religiöse Vereinigungen, Gewerkschaften, NRO u.a. Initiativen, die in unterschiedlichen Sektoren engagiert sind. Die Plattform soll einerseits dazu dienen, zivilgesellschaftliche Beiträge im PRS-Prozess zu fördern, andererseits unabhängiges Monitoring von öffentlichen Politiken in Kamerun voranzubringen. In 2005 / 2006 arbeitete das Netzwerk vorrangig am Ausbau der Handlungsfähigkeit, mit dem Ziel, einen unabhängigen Mechanismus für das Monitoring des Budgetprozesses zu etablieren - Fokus lag dabei auf der Implementierung des Staatshaushalts (siehe dazu Punkt 3.2). Außerdem entstanden im Rahmen einer 2004-2006 durchgeführten Pilotmaßnahme der GTZ zur "Förderung von Jugend-Debatten zur Strategie der Armutsbekämpfung" neue Netzwerke, die die GTZ für substanziell genug hält, um die Einbindung Jugendlicher2 im Prozess künftig als gesichert anzusehen (GTZ 2006, S. 3, 24).

Die Regierung bemüht sich offenbar, neben der organisierten Zivilgesellschaft auch "Stimmen der Armen" direkt in den Prozess einzuspeisen. So ist über eine partizipativ angelegte Erhebung in 2004 und 2005 versucht worden, die "Zielgruppen" danach zu befragen, wie sie soziale Dienstleistungen wahrnehmen (s.u. Monitoring).

Trotzdem scheint der indigene Teil der Bevölkerung laut einer ILO-Studie (Tchoumba 2005) bislang von Armutsbekämpfungsbemühungen ausgeklammert zu sein - ein Umstand, der dazu führt, dass ihre elementaren Belange keine Berücksichtigung finden. Entwickelte Projekte und Programme für Minderheitengruppen (deren Implementierung im Vergleich zu anderen Projekten regelmäßig verzögert sei) zielten i.d.R. auf Assimilation der indigenen und stammeszugehörigen Bevölkerung, anstelle ihrer Integration unter Respektierung ihrer kulturellen Identität. Über Programminhalte würden die Betroffenen nicht unterrichtet.

2.3 Weitere Akteure

VertreterInnen des Privatsektors haben an verschiedenen konsultativen Foren teilgenommen; nähere Details werden im Fortschrittsbericht (2004) aber nicht beschrieben. Der Fortschrittsbericht (2006) bestätigt ihre Einbindung in das partizipative Monitoring über die provinziellen Komitees (GoC 2006, S. 14).

2.4 Externe Akteure / Geber

Die internationalen Geber versuchen, den PRS-Ansatz sowie andere neuere Instrumente, z.B. das Medium Term Expenditure Framework (MTEF), in Kamerun zu institutionalisieren. Sie sind nach Ansicht von unabhängigen Beobachtern die treibenden Kräfte hinter dem PRS-Prozess in Kamerun (Carlier / Jennes 2003, S. 6). Allerdings scheint die Regierung ihre Führung bei der Koordinierung und Harmonisierung der Geberunterstützung in Bezug auf die thematischen PRS-Säulen - auf der Basis der Paris Declaration on Aid Affectiveness - ausgebaut zu haben. In diesem Zusammenhang plant sie die Entwicklung eines neuen Partnerschaftsrahmens, der auf den laufenden unabhängigen Hilfebewertungen (independent aid assessment) fußen soll (IWF / IDA 2006, S. 8).

2 Kinder und Jugendliche bis 24 Jahre machen hierzulande annähernd 50 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (ebd., S. 19).

3. Die Prozesse: Wann und wie wird beteiligt? Zum Seitenanfang

3.1 Partizipation in Analyse und Strategieentwicklung

Im Rahmen des Partizipationsprozesses zum Interim-PRSP fanden Anfang 2000 erste Konsultationen statt. Dazu wurden von der Regierung 205 Gruppen der Zivilgesellschaft identifiziert. Die Kriterien für die NRO-Auswahl sind allerdings unklar. In den Hauptstädten der Regionen wurden VertreterInnen von Kirchen, Gewerkschaften, NRO, Universitäten, Frauen- und Jugendorganisationen konsultiert. Je Region wurden dann zwei TeilnehmerInnen zur weiteren Diskussion auf nationaler Ebene eingeladen. Insgesamt sollen sich etwa 10.000 Menschen daran beteiligt haben, darunter 40 Prozent Frauen (Morazàn 2000, S. 9; GoC 2000, S. 7; IMF / IDA 2003, S. 2).

Im Erstellungsprozess zum PRSP, der sich bis Anfang 2003 hinzog, wurden über verschiedene Kanäle Kommentare und Vorschläge der Zivilgesellschaft, des Privatsektors und der Geber aufgenommen und diskutiert. Die Regierung richtete z.B. neun thematische Arbeitsgruppen ein (zu ländlicher Entwicklung, Wirtschaftswachstum, Regierungsführung, Beschäftigung Benachteiligter, Armutsbekämpfung in der Stadt, Infrastruktur, Bildung und Armutsreduzierung, Gesundheit und Armutsreduzierung, Mikrofinanzierung). In allen Gruppen arbeiteten VertreterInnen von öffentlicher Verwaltung, Zivilgesellschaft und Gebern mit. Einzelne zivilgesellschaftliche Gruppen erarbeiteten auch unabhängig von den Regierungsprozessen Stellungnahmen zu verschiedenen Aspekten der Armutsbekämpfung und übergaben diese der Regierung, so z.B. die Kirchen (Morazán 2000, S. 15; Marshall / Woodroff 2001, S. 25). In einem Workshop mit zivilgesellschaftlichen VertreterInnen im Dezember 2002 sowie mit Gebern im März 2003 wurde schließlich der Entwurf des Dokuments präsentiert und zur Diskussion gestellt. Nach einer Schlussbearbeitung verabschiedete die Regierung das Dokument im April 2003 (IMF / IDA 2003, S. 3). Der Anhang 3.3 des PRSP gibt eine Übersicht über die Vorschläge und Forderungen, die im Rahmen des Beteiligungsprozesses gemacht wurden.

Eine interessante Frage im Zuge der Entwicklung nationaler Armutsbekämpfungsstrategien stellt immer auch deren Bezugnahme auf den übergeordneten Entwicklungsrahmen - also die Millennium Development Goals (MDG) - dar. Kameruns Regierung weist diesen Zusammenhang im schriftlichen Teil des PRSP unmittelbar aus. So führt sie bspw. an, dass es der Ausrichtung der Armutsreduktionspolitiken an den MDG bedürfe, um eine sichtbare, nachhaltige Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung zu erreichen (ebd., S. 31). Eine MDG-Indikatorentabelle, die den aktuellen Stand und die zur Zielerreichung notwendigen Bemühungen ausweist, ist ebenso Bestandteil des Strategiepapiers (ebd., S. 32) wie eine Darlegung monetärer Diskrepanzen ("financial gap") zwischen notwendigen Ausgaben und Mitteln, die durch das PRS-Budget gedeckt sind (ebd., S. 123). In der Matrix zur Implementierung der PRS (im Anhang) wird der Bezug zwischen den angestrebten Maßnahmen und dem jeweiligen damit verfolgten MDG-Ziel (und dessen Indikatoren) jedoch nicht explizit ausgewiesen.

Jüngere unabhängige Beurteilungen hinsichtlich des Umfangs der MDG-Berücksichtigung bei der Entwicklung der nationalen Strategie liegen bspw. von AidHarmonization (2006, S.1) vor. Konstatiert wird hier, die PRS sei mit allen MDG verknüpft und beinhalte Sektorstrategien für die Bereiche Bildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung, Forstwirtschaft und Geschlechtergerechtigkeit, die sich auf die MDG bezögen. Auch Tsounkeu (2005, S. 14) kommt zu der Einschätzung, dass die Umsetzung der PRS ein nützliches Werkzeug zu sein scheint, um Fortschritte hinsichtlich der MDG zu erzielen; allerdings müsse die Regierung, um erfolgreich zu sein, in Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft entschieden durchgreifen. Ob zivilgesellschaftliche Akteure bereits im Partizipationsprozess zur PRS-Erstellung mit den MDG argumentiert haben, lässt sich in der Rückschau schwerlich einschätzen.

3.2 Partizipation in der Implementierung der Strategien

Die Implementierung der PRS hat den Angaben der Regierung zufolge nach Verabschiedung des Dokuments im April 2003 begonnen. Hinsichtlich partizipativer Elemente in der Umsetzung gibt es bislang nur spärliche Informationen, zumeist aus Regierungsdokumenten.

In ihrem Fortschrittsbericht vom April 2004 berichtet die Regierung, dass zivilgesellschaftliche VertreterInnen an der Entwicklung von sektoralen Umsetzungsstrategien mitwirken sollen, ohne jedoch nähere Informationen z.B. darüber zu publizieren, wer konkret an welchen Schritten beteiligt war (GoC 2004, Vol. I, S. 70-76). Eine unabhängige Quelle (GTZ 2006, S. 24) legt diesbezüglich dar, dass einige Vorschläge von Jugendlichen (siehe dazu auch 2.2) in der Sektorstrategie Bildung (2006) Eingang gefunden haben und einige ihrer Vorschläge zur Verbesserung der Ausbildungssituation bei der Überarbeitung nationaler Strategiepapiere einflossen.

Im 2004er Bericht räumt die Regierung den so genannten Entwicklungskomitees die Rolle ein, Partizipation der unterschiedlichen Akteure bei der Erstellung und Implementierung von Entwicklungsprojekten auf lokaler Ebene sicherzustellen. Diese Gremien, bei denen es sich um "partizipative Foren" handelt (die auch in den Jahren zuvor gelegentlich einberufen worden sein sollen), trafen sich im Januar 2002 sowie im Juli 2003 in allen zehn Provinzen. Die Treffen sollen jeweils auf Provinz-, Divisions- und Distriktebene stattgefunden haben. In den Sitzungen, die offenbar eher Workshop-Charakter hatten, konnten z.B. Vorschläge für Regierungsinvestitionen bzw. Ausgabenprioritäten gemacht werden (GoC 2004, Vol. II, S. 11).

Interessant ist die Beteiligung der Zivilgesellschaft bei der Verwendung der Mittel aus dem Schuldenerlass. Hier wurde im Dezember 2000 ein Gremium eingerichtet, das Comité Consultatif et de Suivi de la Gestion des Ressources PPTE / CCS, in dem unter Leitung des Finanzministeriums sechs VertreterInnen der Regierung, fünf der Geber und sechs der Zivilgesellschaft sowie ein Vertreter des Privatsektors darüber mitentscheiden und wachen sollen, wie das Geld verwendet wird (Carlier / Jennes 2003, S. 24). Die HIPC-Mittel müssen von der Regierung auf ein spezielles Konto transferiert werden, was eine Vorabkontrolle der Mittel ermöglicht. Auf Basis eines computergestützten Systems, über das die Nutzung der Mittel nachvollzogen werden kann, transferiert das Komitee der Regierung eine Anzahlung. Nur wenn die Regierung eine adäquate Mittelverwendung nachweisen kann, wird eine weitere Zahlung getätigt. Alle Projekte, die über HIPC finanziert werden, werden vom Komitee überwacht. Zusätzlich überprüfen Sektorarbeitsgruppen die Kosten der Projekte und deren Beitrag zur Armutsbekämpfung (GTZ 2005, S. 1 f.). Neben dem positiven Aspekt, dass Zweckentfremdung der Gelder vermieden wird (ebd., S. 1), sieht die Geberseite an dem Verfahren allerdings als nachteilig, dass die Nutzung der Gelder durch die Regierung nur sehr langsam vonstatten geht (ebd., S. 2).

Über die Mechanismen und das Procedere zur Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Projekten aus HIPC-Mitteln wurde laut Fortschrittsbericht 2006 zwischen der Regierung und Repräsentanten zivilgesellschaftlicher Vereinigungen inzwischen ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet (GoC 2006, S. 5, 23). Darüber hinaus wurden seitens der Regierung folgende Aktivitäten unternommen, die gemäß IWF- / Weltbank-Bewertung darauf abzielen die PRS-Implementierung zu stärken: Sie organisierte reguläre Konsultationen mit Vertretern des Privatsektors und der Zivilgesellschaft (nähere Informationen werden dazu nicht gegeben) und bereitete für das erste Quartal 2006 einen nationalen Workshop zum Thema Ökonomie vor, um die Debatte über die post completion point growth strategy in Gang zu setzen, die die Verwendung der dann zur Verfügung stehenden, umfangreichen Finanzmittel regelt (IWF / IDA 2006, S. 8). Ferner weitete sie Verträge mit NRO (z.B. für HIV-Prävention) aus, womit sie einen Vorschlag der letzten JSAN aufgriff (ebd., S. 7).

Aber auch von unabhängiger Seite lassen sich Bemühungen erkennen, die Strategieimplementierung voranzubringen. So veranstaltete das nationale Koordinierungsnetzwerk der Dynamique Citoyenne du Cameroun in Kooperation mit der GTZ im Dezember 2005 einen Workshop zu zivilgesellschaftlichem Budgetmonitoring (IDASA 2006, S 1). Zu den Moderatoren des Workshop gehörten Vertreter des Africa Budget Project des IDASA, des Centre for Budget Advocacy vom ghanaischen Social Development Centre, des Civil Society for Poverty Reduction (CSPR) Programms in Sambia sowie des kameruner Ministeriums für Planung, Programmentwicklung und Regionalentwicklung (MINPLAPDAT). Rund 40 Menschen nahmen an dem Workshop teil, bei dem grundlegendes Wissen über den Budgetprozess vermittelt, entsprechende Techniken und Ansätze für partizipatives Budgetmonitoring sowie Ansatzpunkte für künftige Aktivitäten fokussiert wurden.

3.3 Partizipation in Monitoring und Evaluierung (M&E)

Neben dem an anderer Stelle schon erwähnten Komitee, das die Nutzung der HIPC-Mittel überwacht, soll offenbar auch die Erstellung des jährlichen Fortschrittsberichts für eine Beteiligung der Zivilgesellschaft am Monitoring genutzt werden. So ist im ersten Bericht zu lesen, dass im Rahmen seiner Entstehung auch Workshops mit zivilgesellschaftlichen VertreterInnen stattgefunden hätten (GoC 2004, Vol. II, S. 41). Unter anderem hätten die zivilgesellschaftlichen Gruppen eine Ausweitung der partizipativen Prozesse gefordert.

Eigenen Aussagen zufolge hat die Regierung einen Steuerungs- und Kontrollmechanismus eingerichtet, der auf den Erhalt rascher Informationen und Indikatoren abzielt, um den Fortschritt im Rahmen des M&E der PRS-Implementierung sowie der MDG-Erreichung messen zu können (GoC 2006, S. 13). Der M&E-Mechanismus beinhalte provinzielle Komitees (die auch Repräsentanten von NRO, religiösen Verbänden sowie provinzielle Finanzprüfer vereinen), denen die Verantwortung für das partizipative Monitoring obliegt (ebd., S. 14, 16). In den provinziellen Komitees sollen vierteljährlich Berichte zur PRS-Umsetzung in den Provinzen erarbeitet werden, die die Grundlage für die partizipativen Evaluierungen darstellen. Für die Reviewaktivitäten sind vier Sektorarbeitsgruppen entsprechende Gremien des jeweiligen provinziellen Komitees zuständig; der hieraus hervorgehende Bericht wird einer für die jeweilige Lokalität repräsentativen Gruppe vorgelegt. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass alle Armutsbekämpfungsprojekte und deren Qualität und Bedeutung für die Ziele der Armutsbekämpfung evaluiert werden. Über Konsultationen mit den Betroffenen sollen Beurteilungen und Verbesserungsvorschläge gewonnen werden (ebd., S. 16).

Per se handelt es sich hierbei um ein interessantes Instrument zum Monitoring der Armutsbekämpfung, das betroffenen Armen selber eine Stimme geben soll. Allerdings scheint die Regierung bei der Umsetzung den von ihr proklamierten Ansprüchen hinterher zu hinken: Im 2004er Fortschrittsbericht ist die Rede von halbjährlichen Evaluierungen auf lokaler Ebene (siehe u.a. GoC 2004, Vol. I, S. 81 ff.; Vol. II, S. 42 ff.). Dem Fortschrittsbericht 2006 ist lediglich zu entnehmen, dass derartige Evaluationen im März 2004 und Juli 2005 umgesetzt wurden (GoC 2006, S. 16). Für den 2006er Bericht unternahm die Regierung keine partizipativen Evaluierungen (ebd., S. 59). Ob dies aufgrund begrenzter personeller Kapazitäten zugunsten der Formulierung einer offiziellen partizipativen Monitoringmethodolgie nur ausgesetzt wurde bzw. künftig nicht weiter verfolgt werden wird, geht aus dem Regierungsdokument nicht hervor. Angeführt wird indes, dass hierfür eine kanadische Beratungsgruppe angeworben wurde, die ihre Arbeit 2006 antrat (ebd., S. 17). IWF und Weltbank begrüßen in diesem Zusammenhang die Umsetzung einer Studie zur Formulierung einer formalen Methodologie für partizipatives Monitoring und verleihen der Hoffnung Ausdruck, dass aus der Studie eine Reihe von Instrumenten entwickelt werden, die das Monitoring verbessern und fördern, die gesellschaftliche ownership stärken und Partizipation ausbauen. Gleichzeitig kritisieren sie, dass der aktuelle Fortschrittsbericht nur begrenzt Analysen von Ergebnissen zur Verfügung stelle (IMF / IDA 2006, S. 1, S. 8).

An dieser Stelle soll noch einmal Bezug auf den Aspekt der Verknüpfung zwischen PRS und MDG genommen werden: Eine sich in diesem Zusammenhang aufdrängende Frage ist, ob die Indikatoren für die MDG- bzw. PRS-Zielerreichung im offiziellen PRS-Monitoringsystem aufeinander bezogen werden. Wie bereits dargelegt wurde (3.1), wird im PRSP einleitend Bezug auf die MDG als übergeordneter Rahmen genommen und eine MDG-Indikatorenliste angeführt. Beim Vergleich dieser Liste mit der offiziellen MDG-Indikatorentabelle der UN (2003) zeigt sich allerdings, dass die Zielvorgaben und Indikatoren nicht vollständig aufgenommen und die MDG-Indikatoren z.T. dem nationalen Kontext angepasst wurden (Tsounkeu 2005, S. 4). Die Matrix zur Implementierung der PRS, in der die MDG als solche nicht mehr ausgewiesen sind, basiert auf 193 spezifischen Maßnahmen, die sich auf 14 Bereiche beziehen (GoC 2003, S. 139 ff.; IISD 2004, S. 8). Zeitliche Angaben (wie 2003-2004 oder "ongoing") und verantwortliche Parteien werden zwar für jede Maßnahme angeführt, allerdings handelt es sich hierbei i.d.R. um prozessbezogene Maßnahmen (z.B. Erarbeitung eines Plans). Es werden den Ursachen der Armut also keine Zielvorgaben zu deren Reduzierung gegenübergestellt, sondern lediglich Maßnahmen dargelegt, über die diese Bedingungen verbessert werden sollen. Nur eine Auswahl von (29) Kernarmutsindikatoren, die 7 Prioritätenbereichen zugeordnet werden, wird dem Monitoring unterzogen. Auch diesen Kernarmutsindikatoren wurden unmittelbar keine Ziele gegenüber gestellt - diese lassen sich nur indirekt aus den Vorgaben der MDG ableiten (IISD 2004, S. 8 f.). Kapijimpanga (2005, S. 101 f.) merkt grundsätzlich, insbesondere aber auch in Bezug auf Kameruns PRSP an, dass sich nur zwei MDG-Ziele als inkompatibel offenbaren: MDG 1 (Reduzierung von Hunger und Armut) und MDG 8 (zur Entwicklung einer globalen Entwicklungspartnerschaft). Die Schwierigkeiten, diese Ziele einzufügen, sieht er darin begründet, dass sich diese auf ein Entwicklungsparadigma bezögen und führt aus: "Therefore, they are concerned with policy content and directions for poverty reduction, as well as power relations between nations." Hingegen seien Ziele, die sich auf Bildung, Gesundheit etc. bezögen, einfacher in die nationalen Armutsstrategiepapiere zu integrieren gewesen.

Ein weiterer in diesem Zusammenhang interessanter Aspekt ist, ob sich die Berichterstattung über die Fortschritte bei der Erreichung der MDG-Ziele auf die PRS bezieht, bzw. zivilgesellschaftliche Akteure die MDG-Debatte mit der konkreten PRS verbinden. Im dritten MDG-Fortschrittsberichts (2003) wird angeführt, dieser sei zeitgleich mit dem ersten PRS-Fortschrittsbericht erstellt worden, wobei sich die beiden Prozesse gegenseitig bereichert hätten (GoC 2003, S. iii). Abgesehen von generellen Bekundungen, dass die PRS auf die MDG ausgerichtet sein soll, wird jedoch nur an einer einzigen Stelle (bei der Prävalenzrate von HIV / Aids) direkt auf PRS-Zielsetzungen Bezug genommen (ebd., S 13). Außer Frage steht, dass sich viele zivilgesellschaftliche Organisationen mit Themen auseinandersetzen, die integraler Bestandteil der MDG sind - oft jedoch, ohne diese zwangsläufig dort zu platzieren (vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser). Dagegen setzen sich andere wiederum ganz gezielt mit der MDG-Thematik auseinandersetzen: Laut Nyamugasira (2005, S. 41) und Tsounkeu (2005, S. 6) haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen in Kamerun das Monitoring der MDG-Umsetzung zueigen gemacht und erarbeiten unabhängige Berichte, die sie der Regierung und den Entwicklungspartnern zur Verfügung stellten (wobei sie vielfach von UNDP unterstützt werden). Tsounkeu (2005, S. 6) erwähnt, dass im Zuge partizipativer MDG-Monitoringaktivitäten auf grass-root-Ebene, die im Rahmen der Erarbeitung des nationalen MDG-Fortschrittsberichts stattfanden, darauf geachtet wurde, dass die Arbeit in Kohärenz mit dem offiziellen Monitoringrahmen der mittelfristigen Strategie (PRS) verlief. Darüber hinaus wird berichtet, dass das United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues (PFII) auf ihrer vierten Sitzung (2005) insbesondere auf die MDG in Bezug auf Armut und Bildung fokussierte (Tchoumba 2005, S. 59). Inwiefern dabei explizit MDG und PRS-Indikatoren aufeinander bezogen wurden, ist allerdings unklar.

4. Die Rahmenbedingungen: Was fördert / behindert wirkungsvolle Beteiligung? Zum Seitenanfang

4.1 Strukturelle Verankerung gesellschaftlicher Partizipation

Der Kameruner PRS-Prozess weist einige Ansätze des strukturell verankerten Dialogs auf. So soll das Nationale Netzwerk zur Armutsreduzierung eine Rolle spielen, das bereits 2001 eingerichtet wurde, um vor allem dem Informations- und Meinungsaustausch zwischen Regierung und gesellschaftlichen Gruppen zu dienen. Ferner könnten die Entwicklungskomitees (s.o.) zu einer dauerhaften Dialogstruktur beitragen. Auch das Komitee, das die HIPC-Geldflüsse überwacht und beeinflusst, gehört zu diesen Ansätzen. Eingerichtet in 2001 musste die Regierung aber selbst im PRSP von 2003 eingestehen, dass dieses Gremium bis dato nicht voll arbeitsfähig war. Gleichwohl begrüßen zivilgesellschaftliche VertreterInnen die Existenz dieses Forums. Positiv wird in diesem Zusammenhang bspw. konstatiert, dass der Mechanismus für die Verwaltung und das Monitoring der HIPC-Mittel zu einer neuen Qualität (öffentlicher) Transparenz geführt hat, aus der sich für zivilgesellschaftliche Organisationen ein Zugang zu Informationen über das Management öffentlicher Mittel ergibt, der für Kamerun gänzlich neu ist (GTZ 2005, S. 1) - hierüber wurde folglich auch die Handlungsfähigkeit zivilgesellschaftlicher Akteure verbessert. Insgesamt ist der PRS-Prozess in Kamerun trotz dieser Ansätze aber noch immer stark von Absichtserklärungen und Ad-hoc-Konsultationen geprägt.

4.2 Rechtliche Basis partizipativer Prozesse

Zusätzlich erschwerend für die Zivilgesellschaft ist, dass sie ohne legalen Rahmen operieren muss, da das Gesetz von 1999 zur Regulierung der NRO-Arbeit noch immer nicht vollständig umgesetzt ist. Positiv wäre, wenn die Regierung die Erwägung eines Gesetzes über den freien Informationszugang realisiert (GoC 2004, Vol. I, S. 56).

4.3 Legitimität beteiligter gesellschaftlicher Akteure

Die Auswahl zivilgesellschaftlicher RepräsentantInnen für Regierungsworkshops verläuft nicht transparent. Anzunehmen ist, dass die Regierung handverlesene NRO-VertreterInnen einlädt, die aus ihren eigenen Patronagenetzwerken kommen und Regierungspositionen nicht oder nicht allzu sehr in Frage stellen.

Im Bereich der Armutsbekämpfung neu und begrüßenswert ist der Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, wie er inzwischen durch das nationale Netzwerk Dynamique Citoyenne du Cameroun erfolgt ist. Bisher vertraten NRO, Kirchen, Gewerkschaften u.a. ihre jeweils eigenen Interessen, was deren Legitimität als Vertreter der Zivilgesellschaft erheblich schmälert. Bleibt zu hoffen, dass sich das Netzwerk zu einem starken, politikfähigen Bündnis entwickelt und zur Ausweitung von Transparenz und Handlungsfähigkeit beiträgt.

4.4 Handlungsfähigkeit gesellschaftlicher Akteure

Der Amnesty International Report 2007 (ebd., S. 7) macht deutlich, unter welchen generellen Rahmenbedingungen Zivilgesellschaft in Kamerun operiert: Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird nach wie vor verweigert. Mehrere Journalisten wurden aufgrund ihrer Arbeit inhaftiert und angegriffen. Es ist nicht bekannt, dass die Landesbehörden irgendwelche Schritte gegen die Beschuldigten unternommen hätten.

Auch wenn inzwischen über eine Stärkung der zivilgesellschaftlichen Rolle berichtet wird, so ist der nach wie vor geringe Organisationsgrad der Zivilgesellschaft hinderlich für den Partizipationsprozess. Eine Reihe von NRO verfügen zwar über sehr gute Kenntnisse ihrer Arbeitsregionen und Zielgruppen, kooperieren bislang allerdings wenig mit anderen Akteuren. Verschiedentlich berichten Beobachter von starkem Wettbewerb unter- und Abgrenzung voneinander. Auch dies begrenzt die Handlungsfähigkeit gegenüber der Regierung enorm. Hinzu treten übliche Schwierigkeiten zivilgesellschaftlicher Organisationen in afrikanischen PRS-Prozessen, wie bspw. ein Mangel an Informationen, fehlende Übersetzungen wichtiger Dokumente in lokale Sprachen, zu kurzfristige Einladungen zu Workshops u.a.m..

5. Gesamtbewertung Zum Seitenanfang

Die Beteiligung der Zivilgesellschaft am PRS-Prozess in Kamerun ist nach wie vor schwach. Positiv zu bewerten ist allerdings, dass dennoch eine Stärkung der Rolle der Zivilgesellschaft im politischen System zu beobachten ist. Zu einem wichtigen Meilenstein könnte in diesem Kontext der Zusammenschluss unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Organisationen im nationalen Netzwerk Dynamique Citoyenne du Cameroun (mit dem Fokus auf das Monitoring von Budgetprozessen) werden.

Wollen sowohl die Regierung als auch die Zivilgesellschaft einen glaubwürdigen Beitrag bei der Umsetzung der PRS und zur Erreichung der MDG beisteuern, so wird dies nur im Schulterschluss gelingen. Dieser muss sowohl den indigenen Bevölkerungsteil einbeziehen als auch eine umfassende Involvierung des Parlaments als Institution gewährleisten. Während die Zivilgesellschaft weiter am Ausbau ihrer Organisations- und Handlungsfähigkeit arbeiten muss; bedarf es auf Seiten der Regierung erheblicher Anstrengungen, um die erforderliche Transparenz ihrer Politik zu gewährleisten. Zu hoffen ist hier, dass die überarbeitete partizipative Monitoringmethodologie zu einer stärkeren und fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Regierung und Zivilgesellschaft beitragen wird.

Den Gebern wäre eine stärkere Besinnung auf die Vorgaben der MDG anzuraten. Kapijimpanga (2005, S. 97) weist darauf hin: "There is literally no mention of MDGs in the Letters of Intent and their corresponding benchmarks. This implies that the MDGs are not integral or important to the PRGF. This is despite the fact that all parties involved in the Millennium Declaration, including the IMF, are expected to integrate the MDGs in all development parameters and instruments. In order to attain the MDGs, the International Financial Institutions (IFIs) should beginn to integrate the MDG benchmarks into the PRGF and not just repeat the rethoric that the PRSP is a sure way of attaining MDGs".

6. Service Zum Seitenanfang

6.1 Statistik

a. allgemein

Kamerun gehört in Afrika nicht zu den ärmsten Ländern. Der UNDP-Index der menschlichen Entwicklung liegt bei 0,506 - womit Kamerun Rang 144 (von insgesamt 177) einnimmt. Das Land wird von UNDP der Gruppe der Länder mit "mittlerem Entwicklungsindex" zugerechnet. Gleichwohl hat ein beachtlicher Anteil der Bevölkerung mit massiven Armutsproblemen zu kämpfen.

b. Stand der MDG-Erreichung (anhand ausgewählter Indikatoren):

MDG 1: Extreme Armut und Hunger beseitigen
Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag 19962001
32,517,1
Anteil der Kinder unter 5 Jahren mit Untergewicht 199119982004
13,621,018,1
MDG 2: Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung
Anzahl der Kinder, die die Grundschule abschließen 200220032004
54,760,963,3
MDG 3: Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen
Geschlechterverhältnis in der Grundschule des Bildungssystems 199920022004
0,820,860,85
MDG 4: Senkung der Kindersterblichkeit
Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren
(pro 1000 Lebendgeburten)
199520002004
151151149
MDG 5: Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter
Müttersterblichkeitsrate
(pro 100.000 Lebendgeburten)3
199019952000
550720730
MDG 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
Anteil der 15- bis 49jährigen, die mit HIV leben (%) 200120032005
7,05,55,4
MDG 7: Umweltschutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
Anteil der waldbedeckten Flächen an der Landesfläche (%) 199020002005
52,748,045,6
Anteil der Bevölkerung mit nachhaltigem Zugang zu einer verbesserten
Wasserquelle/Sanitärversorgung (%)
19902004
50/4866/51
MDG 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft
Schuldendienst als Prozentwert der Güter- und Dienstleistungsausfuhren 199020002004
13,112,57,1
Genutzte Computer je 100 Personen /
Internetnutzer je 100 Personen
199720002004
0,22 /
0,01
0,33 /
0,27
0,98 /
1,02
Quelle: UN - Millennium Indicators Database
[Zugriff 01.06.2007]

3 Keine nationalen Daten zur Müttersterblichkeitsrate verfügbar. Es handelt sich bei den Daten um Schätzungen und Hochrechnungen.

c. Verschuldung

Kamerun hat den decision point der Heavily Indebted Poor Countries (HIPC)-Initiative im Jahr 2000 erreicht. Das 2000 erreichte Stadium bewirkte einen Schuldenerlass von über einer Milliarde US-Dollar. Die Belastung des Regierungshaushalts durch Schuldendienst ging von 26,1 % auf rund 11 % im Jahr 2004 zurück. Weitere Informationen: siehe Decision Point Document.
http://siteresources.worldbank.org/INTDEBTDEPT/DecisionPointDocuments/20250070/Cameroon-E-DP.pdf

Inzwischen (im April 2006) hat Kamerun auch den completion point der HIPC-Initiative erreicht, womit erhebliche finanzielle Mittel für Entwicklung freiwerden. Über die HIPC-Entschuldung hinaus qualifizierte sich das Land für zusätzliche Hilfe über die Multilateral Debt Relief Initiative (MDRI) und von offiziellen bilateralen Gläubigern der Paris Club-Gruppe. Die Gesamtentschuldung wird zwischen 2006 und 2015 auf jährliche 265 Millionen US-Dollar geschätzt. Weitere Informationen siehe:
http://siteresources.worldbank.org/INTCAMEROON/Resources/ISN_summary_07.pdf [Zugriff 26.06.2007]

d. Statistische Informationsquellen

AFRISTAT
http://www.afristat.org/

UNDP Büro im Land
http://inet01.cm.undp.org/

Weltbank Statistiken
http://www.worldbank.org/data/countrydata/countrydata.html

6.2 Wichtige Dokumente

a. PRSP-Dokumente

IMF / IDA (2006): Republic of Cameroon - Joint Staff Advisory Note on the Poverty Reduction Strategy Paper Third Annual Progress Report. March.
[Zugriff 01.06.2007]

Republic du Cameroun / Ministere de la Planification, de la Programmation du Developpement et l'Amenagement du Territoire [zit. als GoC] (2006): Progress Report on the Implementation of the Poverty Reduction Strategy Paper as of 31 December 2005. February.
http://siteresources.worldbank.org/INTPRS1/Resources/Cameroon_PRSP(Feb-2006).pdf
[Zugriff 01.06.2007]

Republic du Cameroun / Ministere des Affaires Economiques, de la Programmation et l'Amenagement du Territoire [zit. als GoC] (2004): Progress Report on the Implementation of the PRSP. April 2003 - March 2004.
http://www1.worldbank.org/prem/poverty/strategies/cpapers/cr04334.pdf
Die Datei enthält zwei Bände.

IMF / IDA (2003): Cameroon - Poverty Reduction Strategy Paper. Joint Staff Assessment
http://poverty.worldbank.org/files/Cameroon_PRSP_JSA.pdf

Republique du Cameroun / Republic of Cameroon [zit. als GoC] (2003): Poverty Reduction Strategy Paper. April.
http://poverty.worldbank.org/files/Cameroon_-_PRSP1.pdf Republique du Cameroun / Republic of Cameroon [zit. als GoC] (2000): Interim Poverty Reduction Strategy Paper. August.
http://poverty.worldbank.org/files/cameroon%20iprsp.pdf

b. Weitere Dokumente

HIPC Decision Point Document
http://siteresources.worldbank.org/INTDEBTDEPT/DecisionPointDocuments/20250070/Cameroon-E-DP.pdf

World Bank (2004) : Country Assistance Strategy. Washington D.C.
http://www-wds.worldbank.org/servlet/WDSContentServer/WDSP/IB/2003/11/.../Rendered/PDF/26555rev0CM.pdf

Republic of Cameroon / United Nations Country Team Cameroon (2001): International/Millennium Declaration Development Goals. First Progress Report, Juni.
http://inet01.cm.undp.org/document/CmrIDT-PR2001En.pdf

MDG Report 2002
http://inet01.cm.undp.org/document/CMR_%20MDG_Report-2002-English.pdf
[Zugriff 01.06.2007]

MDG Report 2003
http://inet01.cm.undp.org/fichiers/Cameroon%20Provincial%20MDG%20Report%202003%20-%20English%20Version.pdf
[Zugriff 01.06.2007]

6.3 Literatur, Berichte und Analysen

African Development Fund / Regional Department Centre Region (Orce) (2006): Republic of Cameroon. Governance Reform Support Program (GRSP). Appraisal Report. October 2006.
http://www.afdb.org/pls/portal/docs/PAGE/ADB_ADMIN_PG/DOCUMENTS/OPERATIONSINFORMATION/ CAMEROUN%20REFORMS%2004.12.2006%20ENG.PDF [Zugriff 01.06.2007]

AidHarmonization (2006): Initiatives for Cameroon. Country-Level Harmonization.
http://www.aidharmonization.org/ah-cla/ah-browser/index-abridged....page_no=3 [Zugriff 01.06.2007]

Amnesty International (2007): Amnesty International Report 2007. London.
http://thereport.amnesty.org/document/15 [Zugriff 01.06.2007]

Carlier, Krit / Jennes, Geert (2003): An Assessment of the Cameroon MTEF?ECORYIS - Netherlands Economic Institute(NEI). (= Country Case Study 3) London
http://www.odi.org.uk/PPPG/cape/publications/MTEF%20Cameroun.pdf

Catholic Relief Services (2001): Review of the Poverty Reduction Strategy Paper Initiative: Based upon the Experiences and Comments of CRS Partners in Bolivia, Honduras, Zambia and Cameroon, Catholic Relief Services, Dezember
http://www.eurodad.org/uploadstore/cms/docs/prsreviewcrs.doc

DED (2006): Kamerun.
http://www.ded.de/cipp/ded/custom/pub/content,lang,1/oid,299/ticket,g_u_e_s_t [Zugriff 05.06.2007]

GTZ (2005): Good Practice Sheet - Country Cameroon. Making Poverty Reduction Strategies Work. Im Auftrag des BMZ. Oktober 2005.
http://www.gtz.de/de/dokumente/en-prs-gps-cameroon-2005.pdf [Zugriff 05.06.2007]

GTZ (2006): Analyse von Ansätzen zur Beteiligung junger Menschen an der Entwicklung und Umsetzung von PRSPs. Im Auftrag des BMZ. Eschborn, Juli 2006.
http://www2gtz.de/dokumente/bib/07-1047.pdf [Zugriff 01.06.2007]

Idasa (2006): Afrika Budget Watch - Newsletter (August 2006). Civil society budget monitoring in Cameroon.
http://www.idasa.org.za/index.asp?page=Programme%5Fdetails%2Easp%3FRID%3D18 [Zugriff 01.06.2007]

International Institute for Sustainable Development (IISD) (2004): Cameroon Case Study. Analysis of National Strategies for Sustainable Development. Winnipeg: IISD, June.
http://www.iisd.org/pdf/2004/measure_sdsip_cameroon.pdf

James G. Bennett (2003): Wettbewerbsfähigkeit und Armut - Der Fall Kameruns. Zur Strate-gie der Förderung wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit zugunsten der Armutsreduzierung. Deutsche Zusammenfassung einer Studie für die GTZ.
http://www2.gtz.de/prsp/download/bennett-kamerun-abstract.doc

Kapijimpanga, Opa / African Forum and Network on Debt (2005): Poverty Reduction Strategy Papers and the Millennium Development Goals. Prepared for Breaking with Business as Usual: Perspectives form Civil Society in the Commonwealth on the Millennium Development Goals. London: Commonwealth Foundation.
http://www.commonwealthfoundation.com/uploads/documents/mdg_report.pdf [Zugriff 01.06.2007]

Knoke, Irene / Morazan, Pedro (2002): PRSP: Beyond the Theory: Practical Experiences and Positions of Involved Civil Society Organisations. Draft for Discussion for the International GTZ-Conference "Beyond the Review: Sustainable Poverty Alleviation & PRSP" in Berlin, May 13-16, 2002.
http://www.eurodad.org/uploadstore/cms/docs/suedwind_prsp_review.pdf
http://www.prsp-watch.de/publikationen/archiv/prsp_bfdw.pdf

Lublinski, Saskia (o.J.): Strategiepapier zur Armutsbekämpfung - Eine Chance für die Armen?
http://suedwind-institut.de/3-013_fs.htm
(ohne Angabe eines Datums, Zugriff Dezember 2004, erscheint jedoch veraltet)

Morazán, Pedro (2001): Länderbeispiel Kamerun. In: Brot für die Welt, Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) und Misereor (Hrsg.): Entschuldung und Armutsbekämpfung. Chancen und Grenzen zivilgesellschaftlicher Beteiligung. Aachen, 54-87.

Nyamugasira, Warren / National NGO Forum - Uganda (2005): Civil society and the Millennium Development Goals in Commonwealth. Prepared for Breaking with Business as Usual: Perspectives form Civil Society in the Commonwealth on the Millennium Development Goals. London: Commonwealth Foundation.
http://www.commonwealthfoundation.com/uploads/documents/mdg_report.pdf [Zugriff 01.06.2007]

Olsen, I.T. u.a. (2003): Hope in Africa: the role of the churches in the development of civil society. Bistandsnemnda (Norwegian Interdenominational Office for Development Cooperation). Norwegisches Original. Englische Zusammenfassung:
http://www.bistandsnemnda.no/publikasjoner/haapiafrika/hopein_eng.htm

Parallelbericht der Kameruner NRO-Koalition für die Rechte des Kindes (COCADE) zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention (Dezember 2000).
http://www.crin.org/docs/resources/treaties/crc.28/cameroon.pdf

Tchoumba, Belmond / Centre for Environment and Development (CED) (2005): The participation of indigenous peoples in the PRSP process in Cameroon. On behalf of the International Labour Organization (ILO).
http://www.eldis.org/cf/search/disp/DocDisplay.cmf?Doc=DOC21341&Resource=f1poverty [Zugriff 01.06.2007]

Tsounkeu, Martin / Africa Development Interchange Network (ADIN) (2005): The Millennium Development Goals (MDGs) in Cameroon: How far from the target in 2005? A Civil Society Perspective on the Progress and Challenges of Attaining the MDGs. Prepared for Breaking with Business as Usual: Perspectives form Civil Society in the Commonwealth on the Millennium Development Goals. London: Commonwealth Foundation.
http://www.commonwealthfoundation.com/uploads/documents/mdg_cameroon.pdf [Zugriff 01.06.2007]

Schmidt, Laura / Junge, Haja / Einfeldt, Christiane (2006): Stärkung von Akteuren auf dezentraler Ebene. Auswertung von Strategien und Erfahrungen von TZ-Vorhaben in Sub-Sahara Afrika. Final Draft. Im Auftrag der GTZ.
www.gtz.de/de/dokumente/ de-auswertung-lokale-demokratie-Jun06.doc [Zugriff 03.06.2007]

UNDP (2003): Millennium Development Goals. Tracking the MDGs: Targets and Indicators.
http://www.undp.org/mdg/tracking_targetlist.shtml [Zugriff 03.06.2007]

6.4 Links zu beteiligten Akteuren

a. PRSP

- - -

b. Verschuldung

Pariser Club
http://www.clubdeparis.org/en/countries/countries.php

Jubilee Research
http://www.jubileeplus.org/databank/data.htm

c. Zivilgesellschaft allgemein

Fédération des Eglises et Missions Evangeliques du Cameroun (FEMEC)
http://www.wagne.net/femec/

Global Village Cameroon (Umweltorganisation)
http://www.globalvillagecam.org/

Le Messager
http://www.lemessager.net/

Cercle International pour la Promotion de la CREation (CIPCRE), Umweltschutzorganisation
http://www.wagne.net/cipcre/cameroun/cameroun.htm

Südwind
http://suedwind-institut.de/3-013_fs.htm

d. Im Land aktive Geber / internationale Akteure

IMF
http://www.imf.org/external/country/

World Bank
http://www.worldbank.org/afr/

UNDP
http://www.undp.org/dpa/coweblinks/index.html

6.5 Allgemeine Links, die auch Informationen zum Land bieten

Europäisches NGO-Netzwerk zur Entschuldung
http://www.eurodad.org/workareas/default.aspx?id=71

Internationaler Währungsfonds
http://www.imf.org/external/np/prsp/prsp.asp

Weltbank
http://www.worldbank.org/hipc/country-cases/country-cases.html

Pariser Club
http://www.clubdeparis.org

Deutsche Entschuldungskampagne
http://www.erlassjahr.de


www.prsp-watch.de (Juni 2007)
Verantwortlich: Nina Schröder / Walter Eberlei

E-Mail: nina.schroeder@fh-duesseldorf.de; walter.eberlei@fh-duesseldorf.de
© VENRO und Fachhochschule Düsseldorf
(Forschungsstelle Dritte Welt; Leitung Prof. Dr. Walter Eberlei)

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