| Zusammenfassung | Die Akteure: Wer ist beteiligt? |
Die Prozesse: Wann und wie wird beteiligt? |
Die Rahmenbedingungen: Was fördert / behindert wirkungsvolle Beteiligung? | Gesamtbewertung | Service |
2.1 Staatliche Institutionen: Regierung und Parlament Die Regierung hat ein permanentes PRS Sekretariat eingerichtet, das die Aktivitäten koordiniert. Ein interministerielles Komitee, das vom Wirtschafts- und Finanzministerium geleitet wird, soll die Linienministerien bei der Umsetzung der Strategie koordinieren. Vorgesehen sind sind laut Fortschrittsbericht 2004 auch regierungsinterne Gremien auf regionaler Ebene. Das Parlament hat keine nenneswerte Rolle im
bisherigen PRS-Prozess gespielt. 2.2 Zivilgesellschaft In Guinea sind gegenwärtig über 1200 Nichtregierungsorganisationen registriert, darunter etwa 190 ausländische. Die große Mehrheit der inländischen NRO ist in den 1990er Jahren gegründet worden (ebd., S.12). Zumeist handelt es sich um kleinere Organisationen, einige beanspruchen aber auch, jeweils mehr als 10.000 Mitglieder zu repräsentieren. Zwar gibt es einige Netzwerke, diese funktionieren aber kaum (alle Daten: Bah 2003, S.11, 12, 23). Die vorliegenden offiiziellen PRS-Dokumente berichten relativ allgemein von der Einbeziehung der Zivilgesellschaft. Sowohl im Entstehungsprozess als auch in der Umsetzung und im Monitoring der PRS sind demnach zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt (vgl. z.B. PRSP, S.193 f.; Fortschrittsbericht 2004, S.37 f.). Von folgenden Akteuren ist die Rede: regionale Civil Society Councils; Nichtregierungsorganisationen; Gewerkschaften; Akademiker; Basisgruppen (eingeladen zu regionalen Konsultationen); lokale Medien; "traditional communicators"; Bauernorganisationen; Berufsständische Gruppen. Trotz dieser beachtlichen Aufzählung muss aber wohl davon ausgegangen werden, dass nur eine Minderheit der Zivilgesellschaft in Guinea tatsächlich in den PRS-Prozess eingebunden ist. Eine von der GTZ in Auftrag gegebene Studie zeigt auf, dass nur knapp 10 Prozent der befragten NRO ein gutes Wissen vom PRS-Prozess hatten, fast die Hälfte der NRO jedoch überhaupt keines. Weiter wurde erhoben, dass ebenfalls nur 10 der befragten 94 NRO sich mit gewisser Intensität in die Erarbeitung des PRSP eingeschaltet hatten, mehr als die Hälfte dagegen überhaupt nicht - und fast alle NRO, die sich beteiligt hatten, waren in der Hauptstadt lokalisiert; ländliche NRO partizipierten kaum (Bah 2003, S.54-59). Folgende der befragten NRO hatten sich nach
eigenen Angaben intensiv in den PRS-Prozess eingeklingt: Association Mère
et Enfants (AME), Association des Professionnelles Africaines de la Communication
de Guinée (APAC-G), Centre Africain de Formation pour le Développement
(CENAFOD), Centre d'Etude et de Recherche pour l'Intégration Régionale
et le Développement de l'Afrique (CERIDA), Entraide Universitaire
pour le Développement (EUPD), Fédération Guinéenne
pour la Promotion des Associations de / pour Personnes Handicapées
(FEGUIPAH), Participation et Formation pour le Développement en
Guinée (PAFODEG), PRIDE Guinée, Union Guinéenne des
Volontaires du Développement (UGVD Labé), Association des
Jeunes Universitaires pour la Protection de l'Environnement (AJUPE). 2.3 Weitere Akteure Die Beteiligung von RepräsentantInnen der Privatwirtschaft an den Konsultationen wird im PRSP mehrfach erwähnt, aber nicht konkretisiert. Interessant und außergewöhnlich ist, dass
sich ein Netzwerk
von Künstlern am PRS-Prozess beteiligt hat, das die ökonomische
Bedeutung von Kunst und Kunsthandwerk in Guinea betont und hier Beziehungen
zur Armutsbekämpfung entwickelt. 2.4 Externe Akteure / Geber Die Geber sind im PRS-Prozess aktiv und haben sich explizit auf eine Unterstützung der PRS verpflichtet. Wichtige externe Akteure sind auf multilateraler Seite der IWF und die Weltbank, die EU und die Afrikanische Entwicklungsbank. Unter den bilateralen Gebern nimmt Frankreich traditionell einen gewichtigen Platz ein, daneben die USA, Kanada, Deutschland und Japan. Das PRGF-Abkommen, das 2001 geschlossen wurde, ist abgebrochen worden; ein neues Abkommen könnte in 2005 zustande kommen (Voraussetzung für Erreichung des HIPC completion points sowie umfangreicherer Geberzuflüsse).
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3.1 Partizipation in Analyse und Strategieentwicklung Anders als in vielen anderen afrikanischen Ländern organisierte die Regierung Guineas schon vor der Erstellung des Interim-PRSP einige konsultative Veranstaltungen (I-PRSP, S.85; PRSP, S.194). In verschiedenen Abeitsgruppen wurden Problemanalysen und mögliche Strategien einzelner Sektoren diskutiert. Auf der Basis des im Oktober 2000 vorgelegten I-PRSP begannen die Vorbereitungen für das Full-PRSP. Neben PRS-Sekretariat und Leitungskomitee richtete die Regierung acht thematische Arbeitsgruppen unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher VertreterInnen zu den Themen Makroökonomie; Governance, Dezentralisation und Capacity Building; Privatsektor und Beschäftigung; Basisinfrastruktur; Ländliche Entwicklung und Umwelt; Gender, Bevölkerung und Entwicklung; Sozialsektor; Kommunikation und Kultur ein (PRSP, S.193 f.). Nach der Ausarbeitung der Sektorstrategien in den thematischen Arbeitsgruppen wurden diese von Oktober bis November 2001 im Rahmen von Workshops in Conakry vorgestellt. Der darauf aufbauende letzte PRSP-Entwurf wurde im November/Dezember 2001 in Conakry und den Provinzhauptstädten zur Diskussion gestellt (PRSP, S.195). Die Endversion lag im Januar 2002 vor. Für IWF und Weltbank gehört der Partizipationsprozess zu den Stärken des PRSP (JSA/PRSP, S.1). Die Zivilgesellschaft habe effektiv an der Erstellung des PRSP durch Teilnahme an den Arbeitsgruppen und öffentlichen Debatten partizipiert. Einige NRO seien von Beginn an am Prozess beteiligt gewesen (JSA/PRSP, S.3). Die schon unter 2.2 zitierte Studie kommt zu
einem deutlich anderen Ergebnis: Nur eine Minderheit der Zivilgesellschaft
hat tatsächlich an dem Prozess teilgenommen, der außerdem von
den NRO auch qualitativ als schwach angesehen wurde (Bah 2003, S. 60 f.).
3.2 Partizipation in der Umsetzung der Strategien Der Fortschrittsbericht 2004 der Regierung liefert nur spärliche Informationen über die tatsächliche Implementierung der PRS; Aspekte der Partizpation in der Umsetzung sind entsprechend kaum zu finden. Ein Aspekt der PRS-Implementierung in Guinea ist seine Regionalisierung, d.h. die Erstellung regionaler Teilstrategien. In die Erarbeitung dieser Teilstrategien sind im September / Oktober 2003 auch zivilgesellschaftliche VertreterInnen bzw. RepräsentantInnen von armen und/oder marginalisierten Gruppen eingebunden worden, z.B. Straßenkinder, Menschen mit HIV-Infektion, alte Menschen, Arbeitslose (Fortschrittsbericht 2004, S.33). Auf regionaler Ebene sollen zivilgesellschaftliche
Akteure auch stärker in die politischen Entscheidungsprozesse eingebunden
werden. So wurden in vier Präfekturen Entwicklungsräte eingerichtet,
zu denen auch VertreterInnen der Zivilgesellschaft eingeladen wurden.
Diese Entwicklungsräte, die im ganzen Land entstehen sollen, können
und sollen beispielsweise Entwicklungsprogramme oder auch die Ausgabenpolitik
in der Präfektur diskutieren und damit beeinflussen (Fortschrittsbericht
2004, S.21). Für den weiteren Verlauf der Partizipation sind beständige Informationsflüsse wichtig. Mit Unterstützung der GTZ wurde eine eigene Webseite eingerichtet (in französischer Sprache), die diesen Prozess begleiten soll und auf der sich in der Tat eine ganze Reihe von Informationen befinden, zum Beispiel zur Regionalisierung des PRSP. Informationen zum Thema Partizpation beschränken sich allerdings auf den Prozess der Erstellung des PRSP. Natürlich ist fraglich, wie viele BewohnerInnen des Landes überhaupt Zugang zum Internet haben - wenn zivilgesellschaftliche Stimmen schon darüber klagen, dass Dokumente von den Betroffenen nicht gelesen werden können, weil sie entweder kein Französisch sprechen oder überhaupt nicht Lesen können. Das mag auch für den zweimonatlichen Informationsbrief gelten, dessen Herausgabe die Regierung angekündigt hat (Realisierung nicht dokumentiert). Nichtregierungsorganisationen tragen durch ihre Projektarbeit zur Armutsbekämpfung in Guinea bei, insbesondere durch Vorhaben in der Landwirtschaft sowie in den Sektoren Bildung und Gesundheit. Nach Weltbank-Angaben sind NRO die wichtigsten Implementierer eines von der Weltbank finanzierten Dorfentwicklungsprogramms, das der Armutsbekämpfung im ländlichen Raum dienen soll. Inwieweit diese Aktivitäten mit der PRS-Strategie und ihrer Umsetzung verbunden sind bzw. als Teilaspekt der PRS gelten können, ist nicht dokumentiert. Die bislang offensichtlich schwache Implementierung der PRS überrascht die NRO im Lande nicht. In der schon erwähnten Befragung von 94 NRO in Guinea zeigten sich ausnahmslos alle besorgt über die Aussichten der Implementierung, die meisten davon in hohem Maße (Bah 2003, S.62). Die am häufigsten angegebenen Gründe lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen: die mangelhafte Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Implementierung; das Missmanagement und die Korruption innerhalb der Regierung sowie die unzureichende Finanzierung der Maßnahmen (Bah 2003, S.63). 3.3 Partizipation in Monitoring und Evaluierung Für das PRS-Monitoring hat die Regierung eine institutionelle Struktur vorgeschlagen, in die auch die Zivilgesellschaft eingebunden ist (Fortschrittsbericht 2004, S.33 und 37 f.). Vorgesehen sind institutionelle Dialogstrukturen auf nationaler wie auf regionaler Ebene unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft - Informationen zur Umsetzung liegen jedoch nicht vor. Forderungen oder Aktivitäten der Zivilgesellschaft Guineas zum Thema Monitoring sind nicht bekannt. Im PRSP von 2002 kündigte die Regierung an, dem
Parlament dadurch eine größere Rolle im Monitoring zu geben,
dass jährliche Haushaltsdebatten spezifisch auch mit PRSP-Bezug geführt
werden sollten (PRSP, S.100) - über eine Umsetzung liegen jedoch
keine Informationen vor.
Strukturelle Verankerung
gesellschaftlicher Partizipation: Konsultationen in Guinea waren
bislang stets ad hoc organsiert. Das von der Regierung angekündigte
und in Grundzügen entworfene Monitoringsystem würde erstmalig
eine auf Dauer angelegte Dialogstruktur zwischen Regierung und Zivilgesellschaft
schaffen. Dieser Fortschritt ist jedoch noch nicht realisiert.
Partizipative Prozesse stehen in Guinea noch am Anfang.
Von einer breiten Beteiligung der Zivilgesellschaft am PRS-Prozess kann
bislang nicht die Rede sein. Nur wenige Organisationen, vor allem aus
der Hauptstadt, waren in den Prozess der Entwicklung des PRSP eingebunden.
Der konsultative Prozess 2001 wurde nicht durch strukturelle und rechtliche
Institutionalisierung auf eine dauerhafte Basis gestellt. In der bisherigen
Implementierung der Strategie, sofern davon wirklich die Rede sein kann,
spielen zivilgesellschaftliche Akteure daher keine Rolle. Dies gilt auch
für das noch nicht umgesetzte Monitoringsystem.
6.1 Statistik Allgemein Verschuldung 6.2 Wichtige Dokumente a. PRSP-Dokumente Interim-PRSP (Oktober 2000) Joint Staff Assessment von IWF und Weltbank (Juli
2002) 1. Fortschrittsbericht (April 2004) Joint Staff Assessment von IWF und Weltbank zum 1.
Fortschrittsbericht (November 2004) b. Weitere Dokumente HIPC Decision Point Document (2000) 6.3 Literatur, Berichte und Analysen Bah, Chérif Sala (2003): Etude sur la participation
des Organisations Non Gouvernementales (ONG) à la mise en uvre
du Document de Stratégie de Réduction de la Pauvreté
(DSRP). Conakry (im Auftrag der GTZ) Einige französisch-sprachige Dokumente und Analysen
finden sich auf folgender Webseite: 6.4 Links zu beteiligten Akteuren PRSP Parlament / Assemblée Nationale Réseau Guinéen des Organisations
d'Artisans (REGOA) Jubilee Research Zivilgesellschaft allgemein Liste mit Adressen von Frauenorganisationen
in Guinea Verzeichnis von nicht-staatlichen und staatlichen
Entwicklungsorganisationen in Guinea Arbeit der internationalen Akteure in und mit Guinea IWF und Guinea Weltbank und Guinea 6.5 Allgemeine Links, die auch Informationen zum Land bieten Europäisches NGO-Netzwerk zur Entschuldung Internationaler Währungsfonds Weltbank Pariser Club Deutsche Entschuldungskampagne
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