LÄNDERPROFILE SUCHE   
Zusammenfassung Der Prozess Die Zivilgesellschaft Service  

Afghanistan

 
Armenien AFGHANISTAN
 
1. Zusammenfassung Zum Seitenanfang

Anfang 2006 legte die Regierung Afghanistans ihre vorläufige Armutsreduzierungsstrategie (das I-PRSP bzw. I-ANDS) vor. Die Erarbeitung des Strategiedokuments beinhaltete nach Einschätzung der Bretton-Woods-Institutionen (BWI) einen umfangreichen Partizipationsprozess: Mehr als 400 konsultative Treffen seien mit Interessenvertretern von Sektorministerien, des Privatsektors, mit Provinzgouverneuren, Parlamentariern, Gebern, Botschaftern, Mitgliedern zivilgesellschaftlicher Organisationen und lokaler Gemeinden umgesetzt worden (IMF/IDA 2006, S. 2).

Obgleich die Fertigstellung der Vollversion erst für Mitte 2008 erwartet wird, sind bereits etliche Berichte zum Verlauf des Prozesses auf der PRS-Webseite der Regierung veröffentlicht.

In den PRS-Prozess scheinen zivilgesellschaftliche Organisationen deutlich eingebunden zu sein: So wird beispielsweise berichtet, sie hätten subnationale Konsultationen für das PRSP durchgeführt und planten die Umsetzung partizipativer Armutserhebungen. Ihre Mitwirkung am PRS-Monitoring wird bislang allerdings als gering eingestuft (Debiel/Ottaway o.J., S. 4).

 

2. Der Prozess Zum Seitenanfang

Eingeläutet wurde der I-PRS-Prozess durch Präsident Karzai auf dem afghanischen Entwicklungsforum (Afghanistan Development Forum - ADF) im Jahr 2005 (Gov. 2005b, S. 21; IMF/IDA 2006, S. 2). Bei diesem Forum handelt es sich um eine jährliche Veranstaltung, die Regierungsvertreter, internationale Kooperationspartner sowie "relevante Interessenvertreter" (Gov. 2005a, S. 74) zusammenbringt und künftig zur Beurteilung der PRS-Implementierung genutzt werden soll. Im Anschluss an diese Auftaktveranstaltung etablierte die Regierung (im August 2005) zunächst zwei Gremien:

  • das so genannte Presidential Oversight Committee (OSC), dem die Aufsichtsführung im Prozess obliegt (ebd.; Gov. 2005b, S. 21) und das einen Kristallisationspunkt für die Formulierung politischer Grundsätze und das Monitoring darstellt (Gov. 2005a, S. 74); sowie
  • eine temporäre PRS-Arbeitsgruppe (Working Group - WG), die dem OSC in der Phase der Erstellung des I-PRSP und Full-PRSP zur Seite stehen soll.

Zusätzlich zu diesen beiden Gremien, die die staatliche ownership sicherstellen (ebd.; Gov. 2005b, S. 21) wurden folgende konsultative Instanzen eingerichtet:

  • Eine externe Beratergruppe (External Advisory Group - EAG), die Rückmeldungen bereitstellen und eng mit der PRS-Arbeitsgruppe interagieren soll; ursprünglich ein reines Geberforum, in das inzwischen auch die NRO-Koordinationseinheit (ACBAR) aufgenommen wurde (IMF/IDA 2006, S. 2; Gov. 2005b, S. 22; Gov. 2006, S. 1) und
  • acht konsultative Arbeitsgruppen (Consultative Groups - CGs), die unter der Einbeziehung der wichtigsten Geber und UN-Agenturen als eine Quelle der Datenanalyse fungieren (IMF/IDA 2006, S. 2; Gov. 2006, S. 1). Diese Arbeitsgruppen sollen mit den Sektorministerien zusammenarbeiten und nach Fertigstellung der PRS-Vollversion reformiert werden sowie als Forum für fortlaufende Konsultationen dienen. Geplant ist außerdem, die Beteiligung auf das neu gewählte Parlament, die Provinzräte, Bezirksvorsitzenden und Gemeinden, zivilgesellschaftliche Vertreter sowie die internationale Gemeinschaft auszuweiten (Gov. 2005a, S. 74; IMF/IDA 2006, S. 2).

Gesellschaftliche Partizipation wurde während des I-PRS-Prozesses im Rahmen von über 400 Konsultationstreffen ermöglicht, die - laut Stellungnahme von Weltbank und Währungsfonds (IMF/IDA 2006, S. 2) - allesamt öffentlich waren. Detaillierte Hinweise zu den Veranstaltungen sind im Vorfeld auf der PRS-Webseite (www.ands.gov.af) publiziert worden, die während der gesamten Zeit als Instrument virtueller Konsultation zur Verfügung stand (Gov. 2005b, S. 22).

Ein Konsultationstreffen, das hier gut dokumentiert ist, stellt die erste Konferenz der Gemeinde-Entwicklungsräte (Community Development Councils/CDC Conference) dar, die vom 22. bis 25. August 2005 in Kabul stattfand. Zu dieser Veranstaltung, die vom Ministerium für Ländlichen Wiederaufbau und Entwicklung (Ministry of Rural Rehabilitation and Development - MRRD) organisiert wurde, waren Repräsentanten von Gemeinde-Entwicklungsräten aus allen Teilen des Landes angereist (Gov. 2006, S. 1; ANDS Working Group 2005, S. 1). Diesen Rahmen nutzte die PRS-Arbeitsgruppe um eine Erhebung nationaler, provinzieller und regionaler Einschätzungen zu bestehenden Entwicklungsproblemen zu initiieren. Zur Problempriorisierung wurde ein Fragebogen verwandt. Die Auswertung (in die 263 Fragebögen einflossen), wies die drei Bereiche Bildung, Justiz und Landwirtschaft als nationale Schwerpunkte aus (ANDS Working Group 2005, S. 1, 4).

Des Weiteren ist interessant, dass ein gemeindebasiertes Entwicklungsprogramm (das National Solidarity Programme - NSP, eines der größten Programme des Landes) vom MRRD durchgeführt wird; finanziert von bi- und multilateralen Gebern durch Zuwendungen an den Afghanistan Reconstruction Trust Fund (ARTF) (Koczy/Unmüßig 2007, S. 12). Ziel des NSP ist es, ländliche Gemeinden zu befähigen, alle Entwicklungsinitiativen selbst in die Hand zu nehmen und so zur Verringerung der Armut beizutragen. Das Programm stellt ein Instrument zum Ausbau sozialen Kapitals dar. Über die Förderung guter lokaler Regierungsführung sollen Gemeinden langfristig in die Lage versetzt werden, die Kontrolle über ihr Leben/ihre Existenzsicherung zu übernehmen. Konkret fokussiert das NSP auf die Bereitstellung der Unterstützung für den Wiederaufbau und die Entwicklung der Gemeinden (ActionAid o.J., S. 4). Das Programm wird durch Nichtregierungsorganisationen (NRO) (wie ActionAid International Afghanistan und die Deutsche Welthungerhilfe) sowie durch weitere Organisationen umgesetzt. Diese sind auch in die Wahl der Gemeinde-Entwicklungsräte einbezogen und stehen ihnen bei der Festlegung von Entwicklungsprioritäten zur Seite. Finanziert werden Entwicklungsprioritäten durch die Zahlung von Zuschüssen in drei Raten. Die Auszahlung hat sich in 2005 und 2006 in mehreren Gemeinden als problematisch erwiesen. Mitunter kam es zu Verzögerungen bis hin zu einem Jahr. So mussten einige Gemeinden mit ansehen, wie Projekte über den Winter verfielen. Der hierdurch aufgestaute Frust, entlud sich zum Teil in Anschuldigungen gegenüber den NRO, dem Ministerium bzw. den Gebern, das Geld veruntreut zu haben (Nixon 2007, S. 21 zit. nach Koczy/Unmüßig 2007, S. 12; Wulf 2006, S. 16).

Im Januar 2006 wurde das Interimpapier vom Präsidenten und seinem Kabinett schließlich formal anerkannt. Es folgte seine Präsentation und Diskussion auf der internationalen Geberkonferenz zu Afghanistan (International Donors` Conference on Afghanistan; vom 31.01 bis 01.02 2006) in London (IMF/IDA 2006, S. 1). Hier verständigte sich die afghanische Regierung mit der internationalen Gemeinschaft auf die Einrichtung eines gemeinsamen Koordinations- und Monitoringrates (Joint Coordination and Monitoring Board - JCMB). Dieser Rat soll regelmäßig konferieren, um die anstehende PRS-Implementierung zu reflektieren und falls notwendig korrigierende Aktivitäten vorzuschlagen (Gov. 2007b).

Die Verankerung der I-PRS in den übergeordneten Entwicklungsrahmen der Millennium Development Goals (MDG) wird gemäß BWI-Stellungnahme (IMF/IDA 2006, S. 4) als gelungen bewertet. In der Tat wird hier eindeutig Bezug auf die MDG genommen: Bereits im ersten Kapitel des I-PRSP wird die MDG-Umsetzung als Ziel der Regierung hervorgehoben (Gov. 2005b, S. 15) und betont, es reiche nicht aus, Strategien für die kommenden fünf Jahre zu planen. Das I-PRSP sei deswegen mit einem Haushaltsplan, einem Fünf-Jahresplan (bis 2020; Zeitraum für die Durchführung der PRS) und einem Fünfzehn-Jahresplan ausgestattet worden (ebd., S. 18). Unter Bezugnahme auf Afghanistans spezifische Situation thematisiert die Regierung im I-PRSP alle MDG (ebd., S. 50 ff.) und umreißt Vorstellungen/Maßnahmen zur Beseitigung von Armut und Hunger (MDG 1; ebd., S. 150 ff.), zur Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung (MDG 2; ebd., S. 137), zur Senkung der Kindersterblichkeit (MDG 4; ebd., S. 141), zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern (MDG 5; ebd.) und zum nachhaltigen Umweltschutz (MDG 7; ebd., S. 135). Aufgrund der besonderen Lage des Landes, so die Regierung, habe sie ein weiteres für Afghanistan geltendes Entwicklungsziel konzipiert: die Erhöhung der Sicherheit für Afghanistans Bürger (MDG 9; ebd., S. 71, 121).

Afghanistan habe, so der Tenor des Berichts, bereits große Fortschritte erzielt - häufig allerdings dank Spendengeldern und Nothilfe. Um die MDG zu realisieren, müsse die Entwicklungshilfe erheblich aufgestockt werden. Abgesehen von der Forderung nach zusätzlichen Mitteln, kritisiert die Regierung in diesem Kontext, dass ein Großteil der internationalen Entwicklungsgelder (in der Zeit von 2002 bis 2004 mehr als 70 Prozent) anstatt in das Hauptbudget der Regierung in ein externes Entwicklungsbudget geflossen sei. Dies spreche nicht für großes Vertrauen der Geber in die Fähigkeiten der Regierung, ihre Gelder zu verwalten und Programme durchzuführen (ebd., S. 39). Auch seitens der Weltbank wird - nach Anga-ben des Seminars für Ländliche Entwicklung (SLE) (2006, S. 2) - die internationale Gebergemeinschaft für ihre unausgewogene Unterstützung kritisiert. Eine derartige Praxis führe dazu, dass staatliche Institutionen nicht genutzt würden und bei der Bevölkerung in Vergessenheit gerieten, was den ohnehin fragilen Staat weiter schwäche. Zudem wird die Gebergemeinschaft für ihre mangelhafte Projektkoordination gerügt (SLE 2006, S. 5): Spezi-fische Förderaktivitäten, die grundsätzlich in ein größeres, alle Geber umfassendes Gesamt-konzept eingebunden sein sollten, seien zwar aufgeteilt worden, eine Abstimmung zwischen den Projekten habe jedoch kaum stattgefunden, was letztlich dazu geführt habe, dass sich Projekte zum Teil gegenseitig behinderten (so zum Beispiel in den Bereichen Trinkwasser und Bewässerung).

Die Wahl und Priorisierung von Investitionen und Programmen, so die Bretton-Woods-Organisationen in ihrer Stellungnahme zum I-PRSP, müsse sich insgesamt deutlicher an den übergeordneten Wachstums- und Armutsbekämpfungszielen orientieren (IMF/IDA 2006, S. 4). Im Zuge der Erarbeitung der Vollversion bedürften die existierenden Programme einer Evaluierung; auch eine Festlegung von Prioritäten sei erforderlich.

Mit der Erarbeitung der Vollversion, die für Mitte 2008 erwartet wird, ist man in Afghanistan aktuell befasst (Gov. 2006, S. 1). Dank der PRS-Webseite lässt sich bereits einiges über den Erstehungsprozess erfahren. So wird dort unter anderem berichtet, dass es einen zwanzigtägigen Workshop zur Bekanntmachung der PRS (und zur Auseinandersetzung mit den MDG) im MRRD gegeben hat. Der Workshop, der im November 2006 startete, wurde von Trainern des MRRD in der Hauptstadt durchgeführt, die im Anschluss in alle Provinzen reisen und dort die Mitarbeiter der MRRD ausbilden sollen (Gov. 2007c). In den Prozess zur Erarbeitung der PRS-Vollversion scheinen zivilgesellschaftliche Organisationen deutlich eingebunden zu sein. Konkret kann hier auf die Foundation for Culture and Civil Society (FCCS) verwiesen werden (Näheres zur FCCS unter Punkt 3). Diese Organisation hat bereits eine Bandbreite interessanter Aktivitäten umgesetzt, die sich wie folgt skizzieren lassen:

  • Bewusstseinsbildung für die Provinzräte (provincial councils);
  • Etablierung eines Koordinationsbüro für die Partizipation zivilgesellschaftlicher Organisationen im PRS-Prozess;
  • Etablierung eines nationsweiten Netzwerks zivilgesellschaftlicher Gruppen in 28 Provinzen;
  • Durchführung einer Medienkampagne, in deren Rahmen die regulär stattfindenden Rundentisch-Veranstaltungen im Radio und Fernsehen übertragen wurden;
  • Umsetzung einer Untersuchung (baseline survey) von zivilgesellschaftlichen Organisationen in 34 Provinzen;
  • Durchführung eines Trainer-Trainings (Train-the-Trainers).
  • Besondere Erwähnung sollte finden, dass subnationale Konsultationen für das PRSP umgesetzt wurden. Diese sollen sich auf 34 Provinzen erstreckt haben (Gov. 2007d) und von einer umfassenden Medienkampagne begleitet worden sein.
Als ein weiteres Prozesselement will ACBAR, ein anderes NRO-Netzwerk, partizipative Armutserhebungen (Pilot Participatory Poverty Assessments) durchführen. Das PRS-Büro ((ANDS-Office) hat inzwischen einen Koordinator eingesetzt, der gleichsam als Verbindungsperson (liasion officer) für zivilgesellschaftliche Kooperationen im Rahmen der PRS-Aktivitäten fungiert. Das PRS-Sekretariat ((ANDS-Secretariat) plant auch weiterhin Aktivitäten mit der FCCS zu koordinieren (Gov. 2007a).

3. Die Zivilgesellschaft Zum Seitenanfang

Es muss bezweifelt werden, dass in Afghanistan von einer Zivilgesellschaft im Sinne westlicher Demokratievorstellungen ausgegangen werden kann. Existierende nichtstaatliche und nicht (primär) kommerziell orientierte Organisationen sind zu einem großen Teil Neugründungen von NRO in den vergangenen Jahren, die im Wesentlichen aus westlichen Geldern finanziert werden. Die Nachhaltigkeit dieser Entwicklungen und die Verankerung der Organisationen in der Bevölkerung kann zu diesem Zeitpunkt kaum bewertet werden. Daneben gibt es zahlreiche traditionelle, häufig religiöse Zusammenschlüsse und Vereinigungen, die teilweise auch in die politischen Prozesse eingebunden sind.

In den letzten Jahren ist in Afghanistan ein exponentieller Anstieg von NRO zu beobachten gewesen: Während hier vor dem 11. September weniger als 50 NRO registriert wurden, war ihre Zahl bereits ein Jahr später auf über 1000 angewachsen (Theuss 2006, S. 8). Theuss (ebd.) verweist darauf, dass die vielen Durchführungsorganisationen umso stärker um die zwar gestiegenen, aber schließlich doch begrenzten monetären Ressourcen/Aufträge konkurrierten. Solch ein Wettbewerb führe oftmals zu mangelnder Kooperationsbereitschaft, wodurch letztlich auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationen in Mitleidenschaft gezogen werde (ebd.).

Auf der PRS-Webseite wird die wichtige Rolle betont, die zivilgesellschaftliche Akteure in der PRS-Arbeitsgruppe und den konsultativen Arbeitsgruppen, in denen Entwicklungsaspekte (einschließlich Sektorstrategien) debattiert würden, spielten. Auf unterschiedlichsten Ebenen seien sie als Moderatoren, Mitteilende, Advokaten und Wächter aktiv, dies sei von unschätzbarem Wert (Gov. 2007a).

Zu den NRO, die im PRS-Prozess eingebunden sind, zählt beispielsweise ActionAid International Afghanistan, die sich zum Ziel gesetzt hat, Bürger zu mobilisieren und effektiv am Politikprozess zu partizipieren. Sie sensibilisiert arme und marginalisierte Gruppen für ihre Rechte, die Bedeutsamkeit von Grundsätzen und Regierungsführung. ActionAid ist bestrebt, die aktive Partizipation der Gemeinden bei der Wahl von Gemeinde-Entwicklungsräten und der Erarbeitung eines Gemeinde-Entwicklungsplans zu fördern (ActionAid o.J., S. 3, 5).

Eine weitere aktive Organisation ist die Foundation for Culture and Civil Society (FCCS), die von der Regierung (Gov. 2007a) als eine soziale, unabhängige, keiner bestimmten politischen Richtung zugehörige, selbstverwaltete Organisation beschrieben wird. Sie sei Anfang 2003 von Professoren, Menschenrechtsaktivisten, unabhängigen Denkern und anderen mit dem Ziel gegründet worden, die Kultur, Zivilgesellschaft und die Umsetzung der Demokratie im Rahmen nationaler Konsultationen zu fördern. Die Organisation verfügt über Regionalbüros in den Provinzen Baghlan, Ningarhar, Kandahar, Balkh, Khost, Faryab und Heart (ebd.).

Auch wenn einige NRO von den gestiegenen finanziellen Unterstützungsleistungen profitieren, so wird der Großteil - vor allem der lokalen NRO und CBO - nach wie vor unter einer eingeschränkten finanziellen Ressourcenbasis und somit sehr begrenzter Handlungsfähigkeit zu leiden haben.


4. Service Zum Seitenanfang

4.1 Statistik

a. Stand der Umsetzung der MDGs (anhand ausgewählter Indikatoren):

MDG 1: Extreme Armut und Hunger beseitigen
Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag (%) keine Daten verfügbar
Anteil der Kinder unter 5 Jahren mit Untergewicht (%) 199720002004
48,0141,239,323
MDG 2: Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung
Grundschulabschlussrate (%) --2005
  32,3
MDG 3: Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen
Einschulungsverhältnis Mädchen/Jungen in der Grundschule (%) 199120002005
0,550,000,59
MDG 4: Senkung der Kindersterblichkeit
Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren
(pro 1000 Lebendgeburten)
19902000-
260257257
MDG 5: Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter
Müttersterblichkeitsrate
(auf 100.000 Lebendgeburten)4
19902000-
17001900 
MDG 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
Anteil der 15- bis 49jährigen, die mit HIV leben (%) -20032005
 0,100,10
MDG 7: Umweltschutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
Anteil der waldbedeckten Flächen an der Landesfläche (%) 19902000-
2,01,6 
Anteil städtische und ländliche Bevölkerung mit nachhaltigem Zugang
zu Wasserquelle / verbesserter Sanitärversorgung (%)
1990-2004
4/3 39/34
MDG 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft
Schuldendienst als Prozentwert der Güter- und Dienstleistungsausfuhren - keine Daten verfügbar -
 
Internet / Computer-Nutzung je 100 Personen 2 -20012006
 0,001,72
Quelle: UN - Millennium Indicators Database
http://mdgs.un.org/unsd/mdg/Data.aspx [Zugriff 10.12.2007]
1 Altersgruppe 6-35 Monate
2 Altersgruppe 6-59 Monate
3 Die Daten beziehen sich auf 2003-2004
4 Keine Daten verfügbar, die Zahlen beziehen sich auf eine Modellrechnung

b. Allgemeine Indikatoren

"Freedom in the World" country ratings (Freedom House) (2006)
http://www.freedomhouse.org/uploads/pdf/Charts2006.pdf
Rang 153 von 194
Status "not free"
Global Press Freedom (2006)
http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=271&year=2006
Rang 130 von 168

c. Entwicklungsstand

Von UNDP wird Afghanistan als sechstärmstes Land eingestuft. 80 Prozent der Bevölkerung führt ein Leben in Armut (Auswärtiges Amt 2007).

Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Mio. US-Dollar belief sich im Jahr 2005/06 auf 7.139. Das BIP/Kopf lag - im selben Zeitraum - bei 300 US-Dollar (dabei wird davon ausgegangen, dass Drogenanbau und -handel für rund 40 Prozent des afghanischen BIP verantwortlich sind - SLE 2006, S. 2).

d. Verschuldung

Seit 2001 (dem Sturz der Taliban) wurde die externe Unterstützung erheblich ausgeweitet. Afghanistan zählt seither zu den zehn größten Empfängern internationaler Hilfsgelder. Auf der Geberkonferenz in London 2006 sicherte die Gebergemeinschaft dem Land für die kommenden fünf Jahre eine Unterstützung in Höhe von 25 Milliarden zu. Aktuell wird annähernd der gesamte afghanische Haushalt aus diesen Mitteln bestritten (SLE 2006, S.1).

Aus dem Etat des Bundesentwicklungsministeriums werden seit 2005 bis 2008 jährlich 80 Millionen - alles in allem 320 Millionen Euro - für Maßnahmen des Wiederaufbaus bereitgestellt (Wieczorek-Zeul 2004).

Afghanistan qualifizierte sich zudem als HIPC-Land für die Schuldeninitiative des Pariser Clubs. Die Regierung schloss mittlerweile bilaterale Umschuldungsabkommen mit verschiedenen Gläubigerstaaten ab. Deutschland erließ dem Land 100 Prozent der erlassfähigen Schulden (Auswärtiges Amt 2007).

e. Weitere statistische Quellen

UN - Millennium Indicators Database
http://mdgs.un.org/unsd/mdg/Data.aspx

4.2 Wichtige Dokumente

a. PRSP-Dokumente

IMF/IDA (2005): Islamic Republic of Afghanistan - Joint Staff Advisory Note on the Interim Poverty Reduction Strategy Paper. Washington D.C.
http://siteresources.worldbank.org/INTPRS1/Resources/Afghanistan_APR2-JSAN(May15-2006).pdf [Zugriff 23.11.2007]

Islamic Republic of Afghanistan (2005) [zit. als Gov. 2005b]: Afghanistan National Development Strategy. Executive Summary. An Interim Strategy For Security, Governance, Economic Growth and Poverty Reduction.
http://siteresources.worldbank.org/INTPRS1/Resources/AFNationalDevelopmentStrategy.pdf [Zugriff 23.11.2007]

Islamic Republic of Afghanistan (2005) [zit. als Gov. 2005a]: Afghanistan National Development Strategy. Executive Summary. An Interim Strategy For Security, Governance, Economic Growth and Poverty Reduction.
http://siteresources.worldbank.org/INTPRS1/Resources/ANDSSummaryRpt.pdf [Zugriff 23.11.2007]

4.3 Berichte und Analysen

a. Publikationen, die sich mit dem PRSP befassen

International Conference of Civil Society Development in Afghanistan.
http://www.ands.gov.af/ands/cs/pdfs/dec_6_06/full%20report.pdf [Zugriff 30.11.2007]

Background and the Initiative (Overview).
http://www.ands.gov.af/ands/cs/pdfs/dec_6_06/Overview.pdf [Zugriff 30.11.2007]

Declaration of the Conference.
http://www.ands.gov.af/ands/cs/pdfs/dec_6_06/Declaration%20of%20the%20Conference.pdf [Zugriff 30.11.2007]

b. Hintergrundinformationen

ActionAid International Afghanistan (o.J.): ActionAid International Afghanistan: Afghanistan.
http://www3.actionaid.org/afghanistan/ images/AA%20Afg_brocher.doc [Zugriff 10.12.2007]

Debiel, Tobias / Ottaway, Marina (o.J.): Stay Engaged! Fragile States und fragile Staatlichkeit als entwicklungspolitische Herausforderung. Diskussionsbericht. Stay Engaged - yes, but how?
http://www.inwent.org/ef/events/fragile_states/08717/index.de.shtml [Zugriff 28.01.2008]

Koczy, Ute / Unmüßig, Barbara (2007): Afghanistan - Illusion und Realitäten: Der steinige Weg des (entwicklungs-)politischen Aufbaus.
http://www.boell.de/downloads/asien/070903_AFG_Papier_Koczy_Unmuessig.pdf [Zugriff 7.12.2007]

Seminars für Ländliche Entwicklung - SLE (2006): Entwicklungspolitische Diskussionstage 2006. Afghanistan: Entwicklungszusammenarbeit unter Extrembedingungen - Ansprüche, Konzepte und Realität. Dokumentation der Veranstaltung vom 5. April 2006 in Berlin.
http://www.berlinerseminar.de/bs/files/_SLE_Downloads/EPDT/2006/EPDT2006_Afghanistan.pdf [Zugriff 7.12.2007]

Wulf, Annette (2006): Die entwicklungspolitische Praxis in Afghanistan. In: Schriftenreihe des Seminars für Ländliche Entwicklung (SLE): Entwicklungspolitische Diskussionstage 2006. Afghanistan: Entwicklungszusammenarbeit unter Extrembedingungen - Ansprüche, Konzepte und Realität. Dokumentation der Veranstaltung vom 5. April 2006 in Berlin.
http://www.berlinerseminar.de/bs/files/_SLE_Downloads/EPDT/2006/EPDT2006_Afghanistan.pdf [Zugriff 7.12.2007]

4.4 Links

a. PRSP

Europäisches NGO-Netzwerk zur Entschuldung
http://www.eurodad.org/workareas/default.aspx?id=74

ANDS/PRS-Webseite der Regierung - Joint Coordination and Monitoring Board (JCMB) [zit. als Gov. 2007b]
http://www.ands.gov.af/ands/jcmb/index.asp?j1=expand&j2=collapse&j3=collapse&j4=collapse&j5=collapse&j6=expand [Zugriff 6.12.2007]

ANDS/PRS-Webseite der Regierung - 20 Days of ANDS (18. November 2006) (25. November 2007) (JCMB) [zit. als Gov. 2007c]
http://www.ands.gov.af/ands/Provincial_Consultations/details.asp?id=24&sn=1&national=expanded&psn=0&awareness=0 [Zugriff 6.12.2007]

ANDS/PRS-Webseite der Regierung - Strategic Communications Working Group Meeting (25. November 2007) (25. November 2007) (JCMB) [zit. als Gov. 2007d]
http://www.ands.gov.af/ands/Provincial_Consultations/details.asp?id=87&sn=1&national=expanded&psn=0&awareness=0 [Zugriff 06.12.2007]

Weltbank
http://www.worldbank.org/poverty/strategies/index.htm

b. Entschuldung

Deutsche Erlassjahrkampagne
http://www.erlassjahr.de

Europäisches NGO-Netzwerk zur Entschuldung
http://www.eurodad.org/workareas/default.aspx?id=71

Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (2004): Rede während der Afghanistan-Konferenz in Berlin, 31.03.04: Session on Reconstruction and Development Issues.
http://bmz.de/de/presse/reden/ministerin/rede20043103.html [Zugriff 07.12.2007]

Internationaler Währungsfonds
http://www.imf.org/external/np/prsp/prsp.asp

Pariser Club
http://www.clubdeparis.org

Weltbank
http://www.worldbank.org/hipc/country-cases/country-cases.html

c. Zivilgesellschaft

Afghanistan National Development Strategy (ANDS) - Civil Society and ANDS (2007) [zit. als Gov. 2007a].
http://www.ands.gov.af/ands/andsconts/consultation/Civil_Society_Organizations/CSOs.asp?id=54 [Zugriff 30.11.2007]

Speech by Adib Farhadi - Director of Afghanistan National Development Strategie (ANDS) on "The Role of Civil Society Organizations in the ANDS Process". Kabul 6th Dec, 2006. [zit. als Gov. 2006].
http://www.ands.gov.af/ands/andsconts/consultation/Civil_Society_Organizations/CSOs.asp?id=54 [Zugriff 30.11.2007]

d. Allgemeine Links, die auch Informationen zum Land bieten

Auswärtiges Amt
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Afghanistan.html [Zugriff 30.11.2007]

Fischer Weltalmanach
http://www.weltalmanach.de/staat/staat_detail.php?staat=Afghanistan [Zugriff 30.11.2007]


 

www.prsp-watch.de (Januar 2008)
Verantwortlich: Nina Schröder
E-Mail: nina.schroeder@fh-duesseldorf.de
© VENRO und Fachhochschule Düsseldorf
(Forschungsstelle Dritte Welt; Leitung Prof. Dr. Walter Eberlei)

Zum Seitenanfang